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Aktien Schweiz: Knappes Minus nach starken Vortagen - Uhrenwerte geben klar nach

13.09.2017 | 12:47

Zürich (awp) - Dem Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch nach dem starken Anstieg an den beiden Vortagen der Schnauf ausgegangen. Der Swiss Market Index (SMI) als hiesiges Leitbarometer verzeichnet leichte Verluste, bewegt sich aber weiterhin solide oberhalb der 9'000 Punktelinie, die er am Vortag erstmals seit etwa einem Monat übersprungen hatte. Nachdem die in den Hintergrund gerückte Nordkorea-Krise und die Erleichterung über den vergleichsweise glimpflich ausgegangenen Wirbelsturm "Irma" die Investorenstimmung aufgehellt hatte, fehlten nun Anschlussimpulse, hiess es in Händlerkreisen.

Zugleich wird aber betont, dass die Nordkorea-Frage keineswegs gelöst sei und durchaus mit Störfeuer zu rechnen sei. Denn es sei fraglich, ob das Regime in Pjöngjang die von der UNO beschlossene Deckelung von Öllieferungen und das Verbot von Textilexporten ohne Gegenwehr hinnehme. Makroseitig sind jetzt alle Augen auf die Inflationsdaten aus den USA gerichtet, die in der zweiten Tageshälfte veröffentlicht werden. Diese gelten zurzeit als wegweisend für die Geldpolitik der US-Notenbank, weil diese ihr Vollbeschäftigungsziel nahezu erreicht hat, nicht jedoch ihr Inflationsziel.

Der SMI büsst gegen 12 Uhr 0,14% auf 9'040,98 Punkte ein. Im bisherigen Tagesverlauf bewegte er sich in einer relativ engen Bandbreite von etwa 30 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,20% nach auf 1'450,48 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,17% auf 10'322,97 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Minus, 13 im Plus und drei unverändert.

Die prozentual grössten Verluste verzeichnen die Uhrenwerte Swatch mit -3,1%. Der Auslöser für den Kursrutsch ist im Handel nicht ganz klar. Es wird teils auf Gewinnmitnahmen verwiesen. Ein Händler sieht hier einen Zusammenhang mit der am Vorabend vorgestellten Apple Watch, die mit vielen Neuerungen auftrumpfe.

Auch die Aktien der Branchennachbarin Richemont (-1,6%) stehen unter Abgabedruck. Hier liegen allerdings handfeste News vor: Der Luxusgüterkonzern ist in den ersten fünf Monaten des seit April laufenden Fiskaljahres auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und hat die Markterwartungen dabei leicht übertroffen. Als stark wird unter Analysten einmal mehr der Umsatzbeitrag aus dem Schmuckgeschäft bezeichnet. Merrill Lynch hat in der Folge das Rating auf "Buy " angehoben. Im Handel werden die Kursverluste auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt nach der starken Kursentwicklung der Aktien in den Wochen vor dem Zwischenbericht sowie im bisherigen Jahresverlauf.

Verkauft werden auch die Vortagessieger Partners Group (-1,7%). Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hatte am Dienstag mit den Halbjahreszahlen einmal mehr positiv überrascht. Verluste von über 1% verzeichnen noch Sonova (-1,6%) - auch dies eine Aktie mit einer bislang starken Jahresperformance.

Eine grosse Belastung ist die schwergewichtige Nestlé-Aktie mit -0,3%, während die Titel der beiden Pharmamultis Roche (+0,2%) und Novartis (unv.) ein tieferes Abgleiten des Gesamtmarktes verhindern. Beide Pharma-Unternehmen hatten Produktnews veröffentlicht, die im Handel allerdings als wenig kursrelevant eingestuft werden.

Bei den Gewinnern haben die Chemiewerte Lonza mit +0,6% einmal mehr die Nase vorn. Seit Jahresbeginn hat der Titel um mehr als 50% zugelegt und lässt damit alle anderen Blue Chips hinter sich zurück.

Auf den Einkaufszetteln stehen auch die beiden Grossbankenwerte Credit Suisse (+0,5%) und UBS (+0,2%). Zu Reden geben in der Branche Aussagen von Jamie Dimon, dem Chef der US-Grossbank JPMorgan. Er rechne mit einem mauen Handelsgeschäft im laufenden Quartal, sagte er am Vorabend an einer Investorenveranstaltung.

Am breiten Markt sind AMS mit Kursverlusten von 3,5% im Blick. Im Handel wird auf die neue Iphone-Serie von Apple verwiesen, von der keine positiven Impulse für Zulieferer wie AMS gesehen werden. Deutlich im Minus sind auch Varia US Properties (-3,1%) nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung.

Nach Zahlen etwas im Blick sind die Titel des Versicherers Vaudoise -0,2%. Bei den Gewinnern haben BVZ mit +5,3% nachrichtenlos die Nase vorn.

cp/rw


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