Oerlikon mit tieferen Umsatz und Gewinn - Aktienrückkauf geplant

05.11.2019 | 08:55

(Meldung ausgebaut, CEO-Aussagen)

Pfäffikon (awp) - Oerlikon hat im dritten Quartal 2019 einen geringeren Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Die beiden Sparten zeigten dabei unterschiedliche Entwicklungen. Der Ausblick für das Gesamtjahr wird jedoch bestätigt und der Konzern plant ein Aktienrückkaufprogramm.

"Es war kein einfaches Quartal und wir haben die schwierigen Marktbedingungen zu spüren bekommen", sagte Oerlikon-CEO Roland Fischer in einem Telefoninterview mit AWP am Dienstag. Im derzeitigem Umfeld würden eine Reihe von Kunden eine abwartende Haltung bei den Investitionen einnehmen.

Insgesamt sank der Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 7,9 Prozent auf 633 Millionen Franken und der Auftragseingang ging um 4,3 Prozent auf 627 Millionen zurück, wie es weiter hiess. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA lag derweil mit 84 Millionen um rund 18 Prozent unter dem Vorjahreswert, wobei sich die entsprechende Marge auf 13,3 Prozent von 15,0 im Vorjahreszeitraum abschwächte.

Mit diesem Zahlenset wurden die Erwartungen der Analysten beim Auftragseingang übertroffen, bei den restlichen Kennzahlen jedoch leicht unterschritten.

Oberflächen mit deutlichem Margen-Rückgang

Die Division Surface Solutions verbuchte nur einen verhaltenen Umsatzrückgang, der Auftragseingang und die Marge waren jedoch klar negativ. In fast allen Märkten des Segments seien die Verzögerungen bei den Bestellungen spürbar gewesen, insbesondere im Automobilbau, in der Werkzeugindustrie und in der Energieerzeugung.

Ein höherer Umsatz in der Luft- und Raumfahrt in den USA hätten dies teilweise kompensieren können. Den Betriebsgewinn hätten höhere operative Kosten infolge der Investitionen in Kompetenzzentren und die additive Fertigung belastet. Auch der Produktmix und die regionale Verteilung habe die Marge belastet.

Kunstfaser mit höheren Ordern

Das zweite Segment Manmade Fibers verbuchte beim Umsatz gegenüber dem Rekordwert aus dem Vorjahr einen deutlichen Rückgang. Dem standen jedoch höhere Bestellungen entgegen, insbesondere aus China, und die Marge schwächte sich nur gering ab. Die höhere Nachfrage nach Filamentanlagen habe den Rückgang bei Teppichgarn- und Stapelfaseranlagen ausgeglichen. Ausser Europa hätten alle Regionen Rückgänge ausgewiesen.

Guidance bestätigt

Fischer geht nicht von einer weiteren Verschlechterung der Märkte aus. "In einigen Bereichen sehen wir eine Bodenbildung, etwa bei Automobil." Das sei an den Volumen abzulesen. Zudem habe man hier neue Kunden gewinnen können.

Der Orderbestand sei "solide" und entsprechend wird die Guidance für das laufende Jahr bestätigt. Die aktuelle Projektpipeline sowie die Sparmassnahmen dürften sich positiv auswirken. Im Gesamtjahr soll der Bestellungseingang bis zu 2,7 Milliarden Franken erreichen und der Umsatz über 2,6 Milliarden liegen. Die EBITDA-Marge soll bei einem Wert bei rund 15,5 Prozent zu liegen kommen.

"Das Erreichen der Guidance wird kein Spaziergang und wir brauchen ein starkes viertes Quartal", betonte Fischer. "Wir treten bei den Kosten auf die Bremse und ziehen alle Register. Wir werden aber nicht darauf verzichten, neue Technologien zu entwickeln und damit das zukünftige Wachstum zu sichern", so der Oerlikon-Chef weiter.

Aktienrückkaufprogramm

Zudem plant das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Prozent des Aktienkapitals über die ordentliche Handelslinie. Basierend auf dem Schlusskurs vom 4. Oktober wird das Gesamtvolumen auf bis zu 350 Millionen Franken geschätzt. Das Programm soll am 7. November beginnen und bis zu 36 Monate laufen. Die Aktien sollen zur Finanzierung von Akquisitionen und für das Long-Term-Incentive-Programm für die Mitarbeitenden eingesetzt werden, wie es weiter hiess.

yr/tt


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