Devisen: Euro zu Dollar und Franken schwächer - Türkische Lira mit Rekordtief

26.10.2020 | 10:17

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat die neue Woche mit Kursverlusten begonnen. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1816 US-Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend.

Auch zum Franken geht der Euro mit 1,0712 etwas tiefer um, während der Dollar zum Franken auf 0,9066 leicht zulegen kann.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte in der vergangenen Woche wieder etwas stärker zulasten der eigenen Währung interveniert haben. Die Sichtguthaben stiegen per 23. Oktober um 1,8 Milliarden auf 706,9 Milliarden Franken in der Wooche zuvor, wie die SNB am Montag mitteilte. Damit haben sie erstmals seit August wieder deutlicher zugenommen. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen.

Am Montag tendierte der Dollar zu vielen Währungen stärker und setzte damit auch den Euro etwas unter Druck. Die amerikanische Währung bleibt gefragt, weil die Unsicherheit an den Finanzmärkten hoch ist. Dazu tragen steigende Corona-Neuinfektionen in Europa und die sich hinziehenden Verhandlungen über ein US-Konjunkturpaket bei. Der Dollar gilt als weltweite Reservewährung, die in ungewissen Zeiten gesucht wird.

Die türkische Lira sank vor diesem Hintergrund auf einen erneuten Tiefstand zum Dollar, zuletzt mussten mehr als acht Lira für einen Dollar berappt werden. Die Türkei leidet laut VP-Bank Chefökonom Thomas Gitzel unter einem hohen Stand an Fremdwährungskrediten, daher werde die Währungsschwäche zu einem akuten Problem. Hierbei sei besonders der Privatsektor von der Überschuldung betroffen.

Von einer daher erwarteten Zinserhöhung hatte die türkische Notenbank jedoch in der vergangenen Woche bereits abgesehen. Gitzel ist daher der Ansicht, dass die Situation in der Türkei "in Anbetracht einer nur dürftigen Ausstattung mit Devisenreserven von rund 7 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt" zunehmend prekär ist.

Am Montag blicken die Anleger zudem auf das Ifo-Geschäftsklima. Das Münchner Ifo-Institut wird die Ergebnisse seiner monatlichen Unternehmensumfrage am Vormittag bekanntgeben. Es wird mit einer leichten Stimmungseintrübung gerechnet.

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