Devisen: Euro zum US-Dollar gefallen - Türkische Lira setzt Talfahrt fort

26.10.2020 | 16:51

FRANKFURT (awp international) - Der Euro ist am Montag zum US-Dollar belastet durch die sich zuspitzende Corona-Lage unter Druck geraten. Am Nachmittag kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,1814 Dollar. In der Nacht hatte er rund einen halben Cent mehr gekostet.

Zum Franken geht der Euro mit 1,0719 indes wenig verändert um, während der Dollar zum Franken am Montag auf 0,9075 leicht zugelegt hat.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte in der vergangenen Woche wieder etwas stärker zulasten der eigenen Währung interveniert haben. Die Sichtguthaben stiegen per 23. Oktober um 1,8 Milliarden auf 706,9 Milliarden Franken, wie die SNB am Montag mitteilte. Damit haben sie erstmals seit August wieder deutlicher zugenommen. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die Nationalbank am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen.

Die Verunsicherung an den Finanzmärkten bleibt angesichts hoher Corona-Neuinfektionen hoch. In der Schweiz verdoppelten sich am Montag die Meldungen über bestätigte Coronavirus-Fälle im Vergleich zur Vorwoche. In wichtigen Ländern der Eurozone wie Italien und Spanien wurde das öffentliche Leben schon wieder heruntergefahren. Auch in Deutschland werden weitergehende Massnahmen erwartet.

Die Zuspitzung der Corona-Lage schlägt sich auch schon in Konjunkturdaten wieder. So hat sich das Ifo-Geschäftsklima im September überraschend deutlich eingetrübt. "Die heutige Veröffentlichung unterstreicht, dass die Zeit positiver konjunktureller Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte", kommentiert Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Der Rückgang sei wohl nur ein Vorgeschmack dafür, was noch bevorstehen könnte, falls der zuletzt explosionsartige Anstieg der Infektionszahlen nicht bald eingedämmt werden könne.

Zudem sind die Hoffnungen auf ein Corona-Hilfspaket in den USA zuletzt gesunken. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und US-Finanzminister Steven Mnuchin brachen ihre Gespräche erst einmal ab und beschuldigten sich gegenseitig, im Nachhinein "die Verhandlungsregeln geändert zu haben". "Vor der US-Wahl wird es wohl nichts mehr", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank. Weniger fiskalpolitische Unterstützung der Wirtschaft heisse aber auch weniger Inflation. Davon profitiere der Dollar.

Der Wertverfall der türkischen Währung geht derweil ungebremst weiter. Am Montag fiel die Lira nach Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an die Adresse Frankreichs zum US-Dollar und zum Euro erneut auf Rekordtiefs. Erstmals mussten für einen Dollar mehr als acht Lira gezahlt werden. Seit mittlerweile neun Wochen befindet sich die türkische Währung zum Dollar auf Talfahrt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90755 (0,90675) britische Pfund und 124,14 (124,17) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1904 Dollar gehandelt. Das sind rund 2 Dollar mehr als am Freitag.

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