Lonza verkauft Chemiesparte an zwei Finanzinvestoren

08.02.2021 | 22:15

(Mit weiteren Angaben ergänzt)

Basel (awp) - Der Pharmazulieferer Lonza hat Abnehmer für seine Chemiesparte gefunden. Der Bereich mit dem Namen Lonza Specialty Ingredients (LSI) geht für 4,2 Milliarden Franken an die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven.

Die beiden Investoren hätten die überzeugendste industrielle Strategie präsentiert und wollten in das Geschäft investieren, teilte Lonza am Montagabend mit. Der Deal soll, sofern die behördlichen Genehmigungen vorliegen, im zweiten Halbjahr 2021 über die Bühne gehen.

Lonza hatte den Verkauf des Geschäfts mit Spezialchemikalien seit dem letzten Sommer vorangetriebenen. Man wolle sich auf das Pharma-Kerngeschäft konzentrieren, wurde der Plan begründet. Mit dem Erlös aus dem Verkauf will Lonza denn auch dieses Geschäft stärken.

2'800 Mitarbeiter

Die verkaufte Sparte beschäftigt derzeit an 17 Produktionsstandorten und in 11 Forschungszentren rund 2'800 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter, davon gemäss früheren Angaben rund 700 in Visp im Kanton Wallis. Im letzten Jahr sanken die Verkäufe der Sparte um 2,1 Prozent auf 1,68 Milliarden Franken, während die Verkäufe im Pharmabereich gesteigert werden konnten, wie Lonza Ende Januar vermeldet hatte. Die operative Marge lag zudem deutlich unter jener des Pharmabereichs.

Die beiden Käufer haben mit dem Chemiegeschäft nun aber grosse Pläne. Unter anderem seien Zukäufe geplant, hiess es in einer separaten Mitteilung von Bain Capital und Cinven. Das Wachstum solle durch weitere Investitionen in Forschung und Innovation beschleunigt werden. Und die heutige Lonza-Sparte solle als Plattform für die weitere Branchenkonsolidierung genutzt werden.

Etwa in Desinfektionsmitteln

Lonza Specialty Ingredients ist laut den Angaben ein weltweit führender Anbieter von Spezialchemikalien für sogenannt mikrobielle Kontrolllösungen, die zur Bekämpfung schädlicher Viren, Bakterien und anderer Krankheitserreger eingesetzt werden. Die Produkte seien wichtige Inhaltsstoffe für Desinfektionsmittel, Konservierungsmittel und Körperpflegeprodukte.

Sie kämen aber auch in industriellen Anwendungen zum Einsatz. Ausserdem produziere der Bereich in seiner weltweit einzigartigen Produktionsanlage in der Schweiz eine Reihe anderer Spezialchemikalien.

Lonza will nach dem Verkauf des Chemiegeschäfts deutlich profitabler werden. Die "neue" Lonza soll ohne Chemie deutlich schneller wachsen und mehr Gewinn abwerfen. In Zahlen ausgedrückt peilt das Unternehmen laut früheren Angaben bis 2023 ein zweistelliges Umsatzwachstum an, und die Betriebsgewinnmarge soll auf 33 bis 35 Prozent steigen. Lonza stellt unter anderem im Auftrag von Pharmakonzernen Wirkstoffe für Medikamente her - oder für die Coronaimpfung der US-Firma Moderna.

rw/


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