Megadeal: Japanischer Pharmakonzern Takeda hat Interesse an Shire

28.03.2018 | 14:06

(Ausführliche Fassung)

LONDON/OSAKA (awp international) - Der japanische Pharmakonzern Takeda liebäugelt mit einer milliardenschweren Übernahme des irischen Wettbewerbers Shire . Es werde über eine Offerte nachgedacht, teilte Takeda am Mittwoch mit. Die Überlegungen seien allerdings in einem frühen Stadium. Takeda sei auch noch nicht auf Shire zugegangen. Die Anleger feierten die Überlegungen aber schon einmal: Die Shire-Aktien schossen in London zeitweise um mehr als ein Viertel nach oben.

Mit dem Kursanstieg von zuletzt gut 20 Prozent auf knapp 3700 Pence ist Shire an der Börse rund 33 Milliarden britische Pfund (38 Mrd Euro) wert. Takeda kommt auf umgerechnet etwa 33,5 Milliarden Euro.

Mit Shire würden sich die Japaner bei Krebsmedikamenten, Mitteln für den Verdauungstrakt und das Nervensystem stärker aufstellen. Takeda hat es vor allem auf Produkte abgesehen, die sich in der Spätphase von wichtigen Tests befinden. Takeda muss nach britischem Kapitalmarktrecht nun bis zum 25. April ein Angebot abgeben oder von dem Ansinnen Abstand nehmen. Die Japaner betonten, es sei nicht sicher, dass sie sich tatsächlich zu einer Offerte durchringen. Es wäre die grösste Übernahme in der Geschichte von Takeda.

Derzeit werden in der Pharmabranche wieder Milliarden für Übernahmen und Zukäufe bewegt. Die Briten von GlaxoSmithKline kaufen den Schweizer Partner Novartis für 13 Milliarden Dollar aus dem Gemeinschaftsunternehmen für rezeptfreie Medikamente heraus. Beim US-Konzern Pfizer sowie bei den Darmstädtern von Merck steht das entsprechende Geschäft ebenfalls im Schaufenster. Die zu verkaufenden Geschäfte ziehen aber offensichtlich nicht so viel Interesse auf sich wie ursprünglich gedacht. Kreisen zufolge sind bei beiden schon aussichtsreiche Kandidaten abgesprungen.

Takeda hatte im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden US-Dollar für den US-Pharmahersteller Ariad hingeblättert. Damit war der Hunger aber noch nicht gestillt, wie Takeda-Chef Christophe Weber im November zugab. Japans grösster Pharmakonzern will sich ein internationales Standbein aufbauen und sich unter anderem auf teurere Medikamente für seltenere Krankheiten verlegen.

Shire ist in London an der Börse notiert, hat sein Konzernhauptquartier aber in der irischen Hauptstadt Dublin. Die meisten Mitarbeiter beschäftigt Shire jedoch in Nordamerika./mis/men/nas/jha/


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