Molecular Partners und Amgen gehen Partnerschaft in Immuno-Onkologie ein

19.12.2018 | 10:15

(Meldung um Aussagen des MP-Pressesprechers ergänzt)

Schlieren/Thousand Oaks (awp) - Das Biotechunternehmen Molecular Partners ist mit dem US-Konzern Amgen eine Partnerschaft eingegangen. Dem Biotechunternehmen ist damit ein grösserer Wurf gelungen - immerhin zählt Amgen zu den führenden Unternehmen im Bereich der Krebsforschung.

Gemeinsam werden sie den Krebs-Wirkstoffs MP0310 weiterentwickeln, teilte Molecular Partners am Mittwoch mit. Abgesehen von dem Prestige, das eine solche Zusammenarbeit mit sich bringt, fliessen Molecular Partners auch Mittel zu. Neben einer Vorabzahlung von 50 Millionen Dollar hat das Unternehmen noch Aussicht auf weitere Meilensteinzahlungen von bis zu 497 Millionen Dollar. Zudem winken spätere mögliche Lizenzgebühren. Im Gegenzug erhält Amgen die exklusiven Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für die ersten drei Kombinationen mit dem Kandidaten von Molecular Partners.

Wie Thomas Schneckenburger, Sprecher von Molecular Partners, im Gespräch mit AWP erklärt, erhöht gerade die Vorabzahlung dem Unternehmen seine finanzielle Flexibilität. "Mit dieser Zahlung und unseren Barbeständen können wir unsere eigenen Onkologie-Projekte weiter verfolgen, ohne uns im aktuell wenig vorteilhaften Umfeld für die Branche neue Mittel direkt über den Kapitalmarkt besorgen zu müssen." Das sei ein grosses Plus.

präklinisches Molekül zur Aktivierung von Immunzellen

Laut Mitteilung wollen die beiden Unternehmen den Wirkstoff MP0310 gemeinsam mit Produkten der Amgen-Onkologiepipeline, einschliesslich der "BiTE Moleküle" evaluieren. Bei MP0310 handelt es sich um ein präklinisches Molekül, das entwickelt wurde, um Immunzellen im Tumor lokal zu aktivieren.

Dabei teilen sie sich die Entwicklungskosten für die ersten drei Indikationen unter bestimmten Bedingungen, heisst es. Bei weiteren klinischen Versuchen sei Amgen für die Kosten verantwortlich.

Bei dieser Aufteilung solle man aber im Hinterkopf behalten, dass Molecular Partners der Junior-Partner in der Verbindung ist. Daher würden die Kosten nicht exakt zur Hälfte auf beide Parteien verteilt.

"Ausserdem befinden wir uns erst einmal in den frühen Phasen, da sind die Kosten ohnehin noch überschaubarer und für uns problemlos zu stemmen," ergänzt Schneckenburger.

Darpin-Rechte bleiben bei Molecular

Molecular Partners behalte verschiedene Rechte zur Entwicklung und Vermarktung seiner "Darpin"-Technologie in Kombination mit MP0310, heisst es in der Mitteilung weiter. Wichtig sei aber, dass man mit der Darpin-Plattform mittlerweile auch grosse Namen aus der Branche wie Amgen auf sich aufmerksam mache, betont der Molecular-Sprecher. Immerhin böten Vereinbarungen wie Amgen letztlich auch die Möglichkeit, Mittel an Land zu ziehen, ohne dass dabei das bestehende Kapital verwässert werde.

An der Börse kommt die Partnerschaft gut an, wie der Kurssprung der Aktien um 17 Prozent bis um 09.40 Uhr zeigt. Sie sind damit einer der grössten Gewinner im Gesamtmarkt. Der SPI gibt zeitgleich um 0,11 Prozent nach.

hr/


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