Presseschau vom Wochenende 15 (13./14. April)

14.04.2019 | 17:45

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:

ALPIQ: Nächste Runde im Hick-Hack um den Energiekonzern Alpiq. Nachdem letzte Woche eine falsch übersetzte EDF-Medienmitteilung Verwirrung um einen möglichen "Earn-out-Mechanismus" zu Gunsten der Franzosen gesorgt hatte - es gibt ihn nicht - meldet sich Martin Ebner in der "SonntagsZeitung" erneut zu Wort. Ebner ist wahrscheinlich der Kleinaktionär mit den meisten Aktien und kritisiert, dass die künftigen Geschäftsbeziehungen zwischen Alpiq und EDF unklar seien. Denn bei den in der Vergangenheit mit EDF abgeschlossenen langfristigen Lieferverträge könnte es sich laut Ebner "um versteckte Verkaufspreisaufbesserungen" handeln. Ebner erhoffe sich darum von der Börse, dass sie die Dekotierung von Alpiq blockiert, bis die offenen Fragen geklärt seien. (SonntagsZeitung)

COMET: Im Streit um den Freiburger Röntgenspezialisten Comet meldet sich der Verwaltungsrat um Empa-CEO Gian-Luca Bona im "SonntagsBlick" zu Wort. Dieser wirft Veraison vor, schnell Kasse machen zu wollen: "Diese Investoren wollen der Firma über einen Präsidenten ihrer Wahl eine neue Strategie aufdrücken. Im Raum steht die Aufspaltung respektive ein Verkauf von Firmenteilen." Konkret geht es um die Nachfolge von VR-Präsident Hans Hess. Veraison portiert einen anderen Kandidaten als der Verwaltungsrat. Bona hat Angst, das die Firma filetiert und Teile nach China verkauft werden. "Unsere Technologien sind dort enorm gefragt. Asiatische und vor allem chinesische Firmen warten nur auf so eine Kaufgelegenheit." Die Strategie des Verwaltungsrats sei jedoch im Interesse der Schweiz: "Unsere Strategie ist auf Langfristigkeit ausgelegt und nicht nur auf zwei Jahre." (SonntagsBlick)

IMPLENIA: Der frühere Pharmamanager André Wyss steht dem Baukonzern Implenia seit einem halben Jahr als Konzernchef vor. Nachdem eine neue Organisation und eine neue Strategie aufgesetzt wurden, gehe es nun voran. "Die Umsetzung läuft. Mit den Fortschritten sind wir zufrieden", erklärt Wyss der "Finanz und Wirtschaft". Wyss versichert gleichzeitig: "Wir haben alle Altlasten bereinigt." Gleichwohl sei 2019 ein Übergangsjahr für Implenia. Anzeichen dafür, dass Implenia zu einem Übernahmeobjekt wird, sieht Wyss nicht. (FuW, S. 5., siehe auch separate Meldung)

NOVARTIS: Novartis und das US-Biotechunternehmen Amgen liegen bekanntlich im Streit um das gemeinsam vermarktete Migränemittel Aimovig. Amgen wirft Novartis vor, mit einem anderen Unternehmen an einem möglichen Aimovig-Rivalen gearbeitet habe und will die Zusammenarbeit aufkündigen. Novartis hat Amgen dafür eingeklagt. Die "Schweiz am Sonntag" hatte Einsicht in die Klageschrift und erläutert nun einige Details. Demnach hat Novartis 870 Millionen Dollar in die Lancierung des Mittel investiert und wolle dieses Geld nicht verlieren. Amgen werfe Novartis wiederum konkret vor, die Generika-Tochter Sandoz liefere dem US-Unternehmen Alder den Wirkstoff für ein Migränemittel, das zur gleichen Wirkstoffklasse wie Aimovig gehöre - und das sei Vertragsbruch. (SaS, S. 13)

SUNRISE: Im Nachgang zur ordentlichen Sunrise-Generalversammlung von vergangener Woche meldet sich Freenet-Chef Christoph Vilanek auch in der "Finanz und Wirtschaft" zu Wort. Der Grossaktionär hatte die einen Vorratsbeschluss für eine (kleine) Kapitalerhöhung blockiert. "Wir wollen die Übernahme von UPC nicht verhindern, sind aber mit dem vorgeschlagenen Konstrukt des Deals nicht einverstanden", sagte der Freenet-CEO. Laut "FuW" vertritt Freenet den Standpunkt, dass mindestens ein Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlt werden müsste. "Wir verfolgen die gleichen Interessen wie ein Kleinaktionär", erklärt Vilanek nun wieder wörtlich. "Unseres Erachtens ist die Sunrise-Aktie für sich allein deutlich mehr als 80 Franken wert." Zuletzt kosteten die Papiere gut 70 Franken. (FuW, S. 12)

SWISSCOM: Die Swisscom will den als "SMS 2.0" bekannten Dienst "Rich Communication Services" (RCS) in Bälde in der Schweiz einführen. Dies schreibt die "NZZ am Sonntag", die daran erinnert, dass die Einführung bereits letztes Jahr geplant gewesen sei und dass selbst Kunden von Telekom Albania oder jene von Orange in der Republik Kongo mit RCS kommunizieren könnten. "Aufgrund von Erweiterungen im Standard und technischen Weiterentwicklungen haben wir uns entschieden, den Marktstart auf 2019 zu legen", erklärte eine Swisscom-Sprecherin die zeitliche Verzögerung. Laut dem Blatt versprechen sich die Mobilfunkfirmen von RCS ein Zusatzgeschäft in Milliardenhöhe. (NZZaS)

BANKEN: Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Herbert Scheidt, hält sich aus der Debatte über die steigende Vergütung von Top-Managern der Branche heraus. "Ich will nichts über die Gehälter sagen", erklärte Scheidt im Interview mit der "Schweiz am Wochenende". Dies sei eine Angelegenheit der Generalversammlungen der einzelnen Institute, und das sei auch durch die Bestimmungen der Minder-Initiative geregelt. Ferner warnt Scheidt, eine mögliche Ablehnung des Rahmenabkommens mit der EU auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Ergebnis wäre "eine drastische Verschlechterung unserer Wettbewerbsfähigkeit", ist er überzeugt. (SaS, S. 12., siehe auch separate Meldung)

WASSERKRAFT: Die meisten Kraftwerke in der Schweiz machen Gewinn, sagt eine neue Studie und widerspricht damit den Klagen der Energieverbände, die ihre Lage weit weniger rosig sähen. Eine neue Untersuchung des Energieberatungsunternehmens Enerprice, die der "NZZ am Sonntag" vorliegt, zeichnet ein positiveres Bild der Marktsituation für Wasserkraftwerke. Die Studie zeigt, "dass mit der Wasserkraft viel Geld verdient werden kann", wie Enerprice Geschäftsführer René Baggenstos sagt. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass Produktionskosten und Abgaben stark voneinander abweichen. Trotzdem erwirtschafteten acht von zehn Firmen positive Resultate. Deutlich im roten Bereich war insbesondere ein Werk: das vor kurzem in Betrieb genommene Pumpspeicherwerk Limmern, das zur Mehrheit der Axpo gehört. (NZZaS)

ERNST-GÖHNER-STIFTUNG: Nach der Übernahme von Panalpina durch die dänische DSV will die Vergabestiftung Ernst Göhner (EGS) mehr Mittel für Wohltätiges ausschütten als bisher, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt. 4,6 Milliarden Franken zahlt DSV für Panalpina. Davon profitiert auch die die EGS, die ihre Beteiligung langfristig halten will. Die Stiftung ist fast ausschliesslich in der Schweiz aktiv und bewilligte seit der Gründung im Jahr 1957 rund 540 Millionen Franken für fast 29'000 Projekte. Längerfristig will die Stiftung ihre Fördermittel sogar noch erhöhen, zitiert das Blatt nun den Stiftungsrat. (NZZaS)

PRET A MANGER: Die britische Sandwichkette steht laut der "SonntagsZeitung" mit einer Filiale am Flughafen Zürich kurz vor dem Markteintritt in der Schweiz. "Die Eröffnung ist im Juni 2019 geplant", bestätigte eine Sprecherin des Flughafens gegenüber dem Blatt. Es entstehe ein Lokal mit 78 Sitzplätzen. Schon kurz darauf werde das Unternehmen im Bereich nach der Passkontrolle drei weitere Restaurants eröffnen. Pret-A-Manger wollte den Angaben zufolge zu den Expansionsplänen in der Schweiz keine Stellung nehmen. Der Flughafen Zürich gebe weitere Details zum Schweizer Markteintritt im Juni bekannt. (SonntagsZeitung)

ra/


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