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Aktien Schweiz: Rückschlag nach zuletzt gutem Lauf

16.07.2020 | 11:30

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Donnerstag den Rückwärtsgang ein. Nach dem starken Lauf der vergangenen Tage büsst der SMI wegen Gewinnmitnahmen deutlich an Terrain ein. Für Gesprächsstoff sorgen am Berichtstag Konjunkturdaten aus China. Dort ist zwar die Wirtschaft im zweiten Quartal stärker gewachsen als gedacht, die Zahlen zum Detailhandel deuten aber auf eine nach wie vor relativ grosse Zurückhaltung der Konsumenten hin. Insgesamt werden die Zahlen denn auch eher als Belastung gesehen. Laut einem Kommentar von CMC Markets erhöhen die starken BIP-Zahlen auch wieder die bereits bestehenden Zweifel an der Korrektheit der Daten.

Für den Nachmittag sind zahlreiche Konjunkturindikatoren aus den USA angesagt sowie der neueste Zinsentscheid der EZB. Von der Europäischen Zentralbank erwarten die Ökonomen kaum grosse Änderungen an der bisherigen Geldpolitik. Mehrheitlich wird davon ausgegangen, dass das Institut die Corona-Krisenpolitik aus Nullzins, Wertpapierkäufen und Langfristkrediten im Wesentlichen bestätigen wird. Denkbar halten einige Marktteilnehmer allenfalls Erleichterungen für die Banken.

Der SMI geht bis um 10.50 Uhr um 0,82 Prozent auf 10'373,82 Punkte zurück. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gibt 0,76 Prozent auf 1'568,93 Punkte nach und der breite SPI um 0,81 Prozent auf 12'821,49 Punkte. Unter den 30 SLI-Titeln gibt es - nebst den unveränderten Julius Bär - 22 Verlierer und sieben Gewinner.

Die grössten Einbussen erleiden nach einem schwachen Trading-Update Richemont (-5,1%). Die Verkäufe sind im Startquartal des ungeraden Geschäftsjahres um beinahe die Hälfte eingebrochen, womit der Luxusgüterkonzern noch schlechter abgeschnitten hat als befürchtet. Ausser in China wurde in allen Regionen klar weniger verkauft. Im Sog von Richemont fallen auch Swatch (-2,2%) deutlicher zurück.

Ebenfalls unter die Räder kommen Temenos (-4,4%). Der Bankensoftware-Hersteller hatte am Vorabend die Resultate für das von der Coronakrise beeinträchtigte zweite Quartal vorgelegt und dabei zwar die Erwartungen übertroffen. Die Analysten verweisen aber auf Sondereffekte und auf die hohe Bewertung der Titel. Entsprechend ausgeprägt sind denn auch die Gewinnmitnahmen.

Etwas deutlicher zurückgebunden werden zudem AMS (-2,3%), Vifor Pharma (-2,1%) oder Nestlé (-1,7%). Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (-0,9%) und Roche (-0,6%) fallen etwas weniger auf.

UBS (-0,4%) schneiden etwas besser ab als der Gesamtmarkt. Die Grossbank hat zwar vor Bundesverwaltungsgericht eine Schlappe im Zusammenhang mit den noch nicht erledigten Amtshilfegesuchen Frankreichs erlitten, in Marktkreisen wird dies allerdings als eher weniger relevant für den Börsenkurs gesehen.

An der Tabellenspitze etablieren sich Geberit (+1,3%), gestützt von einer Aufstufung durch Mainfirst auf "Buy". Eine Analyse der Produkte-Lancierungen zwischen 2008 und 2020 zeige, dass es dem Sanitärtechnikkonzern wohl leicht gelingen werde, 2021 und 2022 wieder ein organisches Wachstum im gewohnten Bereich von 4 bis 6 Prozent zu erreichen, schreibt der zuständige Analyst dazu.

Weitere Gewinner sind etwa Logitech (+0,7%), Lonza (+0,4%) oder Sika (+0,3%). Für letztere hat Barclays die Abdeckung mit der Einstufung "Overweight" und einem Kursziel von 225 Franken aufgenommen.

Im breiten Markt legen Rieter gegen den Trend 2,6 Prozent zu. Der Spinnereimaschinenhersteller erlitt zwar im ersten Halbjahr 2020 einen Verlust, der noch höher ausfiel als von Analysten erwartet. Im Ausblick zeigt sich die Gesellschaft aber zuversichtlicher, was positiv aufgenommen wird.

Die Aktien von Flughafen Zürich (+3,7%) stehen noch deutlicher im Plus. Dabei zeigten die Titel zuletzt eine vergleichsweise uninspirierte Entwicklung. Aufwind dürften nun aber unter anderem die abgeschlossenen Gebühren-Verhandlungen mit der Swiss und anderen Fluggesellschaften geben.

Wisekey machen einen Satz um über 23 Prozent nach oben, nachdem die auf Internet-Sicherheit spezialisierte IT-Firma eine Partnerschaft mit dem französischen Drohnenhersteller Parrot angekündigt hat.

cf/uh


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