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Aktien Schweiz: Gewinne schmelzen ab - Gewinnmitnahmen bremsen

13.07.2020 | 11:30

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse zeigt sich am Montag nach einem freundlichen Start im Verlauf noch gut gehalten. Gewinnmitnahmen in einzelnen Titeln, die gut gelaufen seien, bremsten den Markt, heisst es. Die Anleger legen vor dem Start in die Berichtsaison eine etwas vorsichtigere Gangart an den Tag. Sie hofften, dass die Firmenabschlüsse besser als die zum Teil deutlich nach unten revidierten Erwartungen ausfallen könnten. Viele Firmen hatten haben wegen der ungewissen Folgen der Corona-Krise ihre Prognosen für das laufende Jahr stark gesenkt. "Das gibt uns nun ein wenig Luft für positive Überraschungen", sagt ein Händler.

In den kommenden Tagen gewinnt die Berichtsaison allmählich an Fahrt. Erwartet werden die Zahlen der US-Banken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo (am Dienstag), Goldman Sachs (Mittwoch) und Morgan Stanley (Donnerstag). In der Schweiz wird mit Richemont am Donnerstag ein Grossunternehmen Auskunft über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal geben. Ausserdem stehen diese Woche zahlreiche Konjunkturzahlen auf dem Programm und die Europäische Zentralbank veröffentlicht ihre geldpolitischen Beschlüsse.

Der SMI notiert nach einem frühen Hoch bei 10'304 Zählern gegen 11.00 Uhr um 0,08 Prozent höher bei 10'238,01 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 0,17 Prozent auf 1'546,08 und der breite SPI um 0,07 Prozent auf 12'678,70 Zähler. 22 der 30 SLI-Titel legen zu und acht sind schwächer.

Gefragt sind vor allem Aktien zyklischer Firmen wie des Personalvermittlers Adecco (+1,9%), des Uhrenherstellers Swatch (+1,5%), des Softwareherstellers Temenos (+1,5%), des Chemiekonzerns Clariant (+0,9%), des Zementriesen LafargeHolcim (+0,8%) und der Inspektionsfirma SGS (+0,7%).

Richemont steigen um 0,7%. Der Luxusgüterhersteller informiert am Donnerstag über das erste Quartal 2020/21.

Dagegen rutschen die im frühen Handel stärker nachgefragten Finanzwerte in der Tabelle nach unten. Julius Bär (+0,4%) und die Grossbanken CS und UBS (je +0,1%) sind noch gut gehalten. Auch die Versicherer Swiss Re, Swiss Life und Zurich (je 0,2%) notieren unter ihren Tageshöchstwerten.

Uneinheitlich sind die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,1%), Novartis (-0,5%) und Roche (+0,4%). Bei Roche überwiegen die positiven Aspekte - Daten über das Blutermittel Hemlibra und Kaufempfehlungen von Bernstein und Vontobel - die negativen. Roche hat mit dem Immuntherapeutikum Tecentriq in einer Studie zu Behandlung von Eierstockkrebs die gesteckten Ziele nicht erreicht.

Am Tabellenende stehen der Logistiker Kühne+Nagel (-1,2%), der Automations- und Robotikkonzern ABB (-0,4%) und der Pharmazulieferer Lonza (-0,5%), die nach den jüngsten Anstiegen unter Gewinnmitnahmen leiden.

Zu den Verlierern zählen die Aktien von AMS (-0,5%). Der Chiphersteller holt sich mit Anleihen weitere 200 Millionen Euro, die für allgemeine unternehmerische Zwecke (einschliesslich der Refinanzierung der bestehenden Verschuldung) verwendet werden sollen.

Bei den Vertretern aus dem breiteren Markt stehen Arbonia (+12%) an der Spitze. Der Bauzulieferer hat zwar im ersten Halbjahr 2020 wegen der Covid-19-Pandemie weniger Umsatz verbucht, aber dank der besseren Kostenstruktur beim Betriebsgewinn zugelegt.

Die Aktien von Zur Rose gewinnen 1,9 Prozent und notieren damit nahezu auf Rekordhoch. Jefferies hat das Kursziel für die Versandapotheke auf 450 von 300 Franken laut Händlern "in fast astronomische Sphären hochgeschraubt".

Die Aktien von The Native fallen fast um ein Viertel. Sie waren seit dem 23. Juni vom Handel ausgesetzt. Die Beteiligungsgesellschaft hat den geprüften Geschäftsbericht 2019 am (gestrigen) Sonntag publiziert. Im Juni hatte das in einem Konkursverfahren steckende Unternehmen nur einen ungeprüften Bericht vorgelegt. Durch den Gewinn aus Beteiligungsverkäufen wird nun ein Gewinn statt eines Verlustes ausgewiesen.

pre/tt


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