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Devisen: Euro zum Dollar zeitweise auf höchsten Stand seit Juni

28.11.2022 | 17:28

FRANKFURT (awp international) - Der Kurs des Euro ist am Montag zum Dollar zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf fast 1,05 US-Dollar. Bis zum Nachmittag fiel der Kurs aber merklich zurück. Der Euro wurde mit knapp 1,04 Dollar gehandelt.

Auch zum Franken hat der Euro zwischenzeitlich aufgeholt und am Nachmittag einen Zehntageshöchstkurs erreicht. Inzwischen nähert er sich mit 0,9823 aber wieder dem Niveau vom Morgen an. Das Dollar/Franken-Paar notierte zuletzt bei 0,9454 und damit nur leicht unter dem Morgenkurs von 0,9465. Am Nachmittag hatte es kurzzeitig nur knapp über der Grenze von 0,94 notiert.

Aussagen aus der EZB gaben dem Euro zeitweise Auftrieb. Präsidentin Christine Lagarde stellte angesichts der Rekordinflation in der Eurozone weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht. "Wir sind entschlossen, die Inflation auf unser mittelfristiges Ziel zurückzuführen und die dafür notwendigen Massnahmen zu ergreifen", sagte Lagarde vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Man werde die Zinsen auf ein Niveau anheben, welches sicherstelle, dass die Inflation zeitnah auf das mittelfristige EZB-Ziel von zwei Prozent zurückkehre.

Noch eindeutiger hatte sich zuvor der niederländische Notenbankchef Klaas Knot geäussert: "In Europa müssen wir uns auf einen längeren Zeitraum vorbereiten, in dem die Währungshüter sich auf die Wiederherstellung der Preisstabilität konzentrieren müssen." Eine übermässige Straffung der Geldpolitik zu konstatieren, sei zum jetzigen Zeitpunkt "eher ein Scherz". Die Finanzmarktakteure sind sich derzeit uneins, ob die EZB die Zinsen im Dezember um 0,50 oder erneut um 0,75 Prozentpunkte anheben wird. Steigende Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver und stützen den Kurs.

Der Devisenmarkt ist angesichts der Lage in China aber von einer grossen Unsicherheit geprägt. Davon profitierten am Montag vor allem der japanische Yen und der Schweizer Franken. Die Proteste in China gegen die Covid-Restriktionen sowie die verschärften Sanktionen der USA gegen chinesische Technologieunternehmen liessen die Risikowahrnehmung zunehmen, schreiben die Ökonomen der DekaBank. In den vergangenen Tagen ist es in China zu den grössten Demonstrationen seit Jahrzehnten gekommen. Der Unmut richtet sich gegen die strikten Massnahmen der chinesischen Null-Covid-Politik wie wiederholte Lockdowns, Massentests und Zwangsquarantäne.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86606 (0,85885) britische Pfund und 144,90 (144,62) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1747 Dollar gehandelt. Das waren etwa sieben Dollar weniger als am Freitag.

jsl/bgf/jha/tv


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