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OECD rechnet für 2020 mit höherem Wachstum in der Schweiz

21.11.2019 | 12:10

Paris (awp/reu) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert der Schweizer Konjunktur für das kommende Jahr eine Erholung. Die Wirtschaftsleistung werde 2020 um 1,4 Prozent wachsen, teilte die Industrieländer-Organisation am Donnerstag in ihrer jährlichen Wirtschaftsprognose für alle OECD-Länder mit.

Vor allem der Einfluss internationaler Sportereignisse wird das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) im kommenden Jahr ankurbeln, erklärte die OECD. Entsprechend werde es 2021 wieder auf 1,0 Prozent zurückfallen. Für das laufende Jahr erwartet die OECD eine Zunahme des BIP um 0,8 Prozent.

Das Wachstum werde in Summe also moderat bleiben, resümierte die Organisation. Denn das düstere globale Umfeld und anhaltende Handelsstreitigkeiten würden den Export und die Investitionen belasten. Auf die Konsumenten dürfte hingegen weiterhin Verlass sein - nicht zuletzt dank der tiefen Arbeitslosigkeit.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird nach Ansicht der OECD ihren "Strafzins" auch in den kommenden zwei Jahren bei minus 0,75 Prozent halten. Ferner wird eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters in der Schweiz angeregt.

Schwächstes Wachstum seit Finanzkrise

Das globale Bruttoinlandprodukt dürfte derweil 2020 und 2021 um drei Prozent zulegen, sagte die OECD voraus. Im zu Ende gehenden Jahr dürfte es sogar nur bei 2,9 Prozent liegen. Das seien die schwächsten Wachstumsraten seit der weltweiten Finanzkrise vor einem Jahrzehnt.

"Die globalen Aussichten sind instabil und es gibt zunehmend Anzeichen dafür, dass sich der Konjunkturabschwung verfestigt", warnten die Experten. Die OECD fordert die Regierungen deshalb dazu auf, entschlossener zu handeln. "Die grösste Sorge ist, dass sich die Aussichten kontinuierlich weiter verschlechtern - nicht so sehr aufgrund etwaiger Konjunkturschocks, sondern aufgrund nicht bewältigter struktureller Herausforderungen", so die OECD-Chefökonomin Laurence Boone.

Klimawandel und Digitalisierung führten zu kontinuierlichen strukturellen Veränderungen in den Volkswirtschaften. Zudem zeichne sich in Handel und Geopolitik eine Abkehr von der multilateralen Ordnung der 1990er Jahre ab. "Es wäre ein politischer Fehler, diese Veränderungen als vorübergehende Faktoren zu betrachten, denen mit geld- und fiskalpolitischen Massnahmen begegnet werden könnte: Sie sind struktureller Art", betonte die Chefökonomin.

Politik muss handeln

"Solange die Politik keine klare Richtung in diesen vier Bereichen vorgibt, wird die Unsicherheit hoch bleiben und so die Wachstumsaussichten beeinträchtigen."

Fehlende klare Vorgaben seitens der Politik für den Klimaschutz belasten der OECD zufolge die Investitionstätigkeit. Auch hier ruft sie die Politik zum Handeln auf. "Die Zahl extremer Wetterereignisse steigt, und ohne ausreichende politische Massnahmen könnte ihre Häufigkeit weiter zunehmen", sagte Boone. "Solche Wetterereignisse können die Wirtschaftstätigkeit auf kurze Sicht erheblich beeinträchtigen und Langzeitschäden an Sach- und Naturkapital verursachen."

ra/hr


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