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Presseschau vom Wochenende 46 (27./28. November)

28.11.2021 | 15:33

Zürich (awp/sda) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:

CREDIT SUISSE: Der Steuerstreit der Credit Suisse beschäftigt weiterhin die US-Justiz, schreibt die SonntagsZeitung (SoZ). Die Grossbank hatte 2014 eine Busse von 2,6 Milliarden US-Dollar dafür bezahlt, bis 2009 US-Bürgern beim Verstecken von Geldern geholfen zu haben. Die Bank hatte versprochen, keine unversteuerten Gelder mehr anzunehmen. Ein Ex-CS-Mitarbeiter hat dagegen in diesem Jahr eine Zivilklage eingereicht, um zu erreichen, dass die US-Justiz den Fall wieder aufrollt. Denn die Bank würde auch nach der Einigung von 2014 unversteuerte US-Gelder verwalten, so der Vorwurf. Im April hatte der Finanzausschuss des US-Senats hierzu eine eigene Untersuchung eingeleitet. Laut Gerichtsunterlagen aus dem Zivilprozess hätten sich im Kontext der Senatsuntersuchung mehrere CS-Banker gemeldet, die glaubhafte Informationen dazu hätten, dass die CS auch nach 2014 unversteuerte Konten von US-Bürgern geführt habe. Laut der SoZ geht es um Doppelbürger aus Südamerika. In diesem Kontext seien neue Konten mit insgesamt über 100 Millionen Dollar Geldern aufgetaucht. Credit Suisse erklärte: "Im Nachgang zum Vergleich im US-Steuerstreit im Jahre 2014 hat die CS erhebliche Mittel investiert, damit ähnliche Vorfälle in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommen." (SoZ, S. 38)

STADLER RAIL: Dem Zughersteller Stadler Rail setzen die in der Industrie herrschenden Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Komponenten noch nicht allzu stark zu. "Momentan profitieren wir noch von Vorräten. Das hängt damit zusammen, dass die Lieferungen an uns eher längerfristiger Natur sind", sagte Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler im Interview mit der "NZZ" vom Samstag. Während das Unternehmen das immense Wachstum der vergangenen drei Jahren gut verkraftet habe sieht Spuhler bei der Profitabilität noch Luft nach oben. ("NZZ" vom Samstag, S. 24/25, sh. sep. Meldung)

DORMAKABA: Der Schliesstechnikkonzern Dormakaba hat zuletzt am Investorentreffen für die Zukunft ein Umsatzwachstum von jährlich 3 bis 5 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von 16 bis 18 Prozent in Aussicht gestellt. "Ich bin aber überzeugt, dass unsere Ziele realistisch sind. Ambitioniert, ja, aber realistisch", sagte Konzernchefin Sabrina Soussan im Interview mit "Schweiz am Wochenende" (SaW, S. 12/13, sh. sep. Meldung)

MOBIMO: Der CEO der Immobiliengesellschaft Mobimo, Daniel Ducrey, sieht die Attraktivität des Immobilienmarktes weiterhin als gegeben. "Diese ist in keiner Weise beeinträchtigt", sagte er in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (FuW). "Immobilien sind noch beliebter als vor einem Jahr, was die weiterhin steigenden Transaktionspreise zeigen", so Ducrey. Damit sei auch klar, dass der Renditedruck anhalte. (FuW, S. 6, sh. sep. Meldung)

RAIFFEISEN: Am 3. Dezember 2021 soll der neue Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz gewählt werden. Zur Wahl vorgeschlagen ist der 56-jährige Thomas A. Müller. Nun formiert sich Opposition gegen die Wahl, berichtet die SoZ. Vorbehalte gründen sich auf Müllers Rolle bei der Bank Sarasin. Dort sass er als Finanzchef in der Geschäftsleitung und war verantwortlich für Rechtsdienst, Steuerfragen, Risikomanagement sowie Legal & Compliance. Wie Dokumente zeigen, war Müller informiert über die schwerwiegenden Vorbehalte gegenüber dem sogenannten Cum-Ex-Geschäft, mit dem versucht wurde, vom deutschen Fiskus die Verrechnungssteuer gleich mehrmals zu kassieren.  Anlässlich einer Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft in Zürich sagte ein Mitarbeiter aus, er habe seinen Vorgesetzten Müller über die Risiken informiert: "Unappetitlich", "ethisch moralisch verwerflich" und ein "Abkommensmissbrauch" ausgerechnet gegen die USA sei dies gewesen. (SoZ, S. 35)

POST: Der abtretende Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller hat in Interviews Versäumnisse im Umgang mit dem Projekt für eine Öffnung der Post-Tochter Postfinance eingeräumt. "Rückblickend muss ich sagen, ich hätte das Dossier früher anpacken müssen", sagte Schwaller dem "Blick" vom Samstag. Das Verbot zur Vergabe von Krediten und Hypotheken habe für Postfinance lange Zeit keine Rolle gespielt, weil daneben das Zinsdifferenzgeschäft genügend Geld gebracht habe, erklärte der Rechtsanwalt, frühere Ständerat und Ex-Staatsrat des Kantons Freiburg in der "Samstagsrundschau" von Radio SRF. Dies habe sich mit dem Einbruch in der Sparte geändert. Das Ausmass sei aber schwierig vorhersehbar gewesen. ("Blick" am Samstag, SRF "Samstagrundschau", SoZ, sh. sep. Meldung)

PHARMA: Die Pharmabranche befürchtet den Anschluss an den Europäischen Wirtschaftsraum zu verlieren, nachdem der Bundesrat die Verhandlungen zum Rahmenabkommen abgebrochen hat. Laut "NZZ am Sonntag" (NZZaS) fordert sie vom Bund, die Beziehung der Schweiz zur EU zu klären. Sonst werde die Industrie auf ihrem grössten Absatzmarkt ins Hintertreffen geraten. "Die EU arbeitet zurzeit eine Strategie für die Pharmaindustrie aus. Dies wird neue Gesetze nach sich ziehen und Auswirkungen auf die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt haben", sagt René Buholzer, Direktor des Branchenverbands Interpharma. Der Bund müsse auch dafür sorgen, dass Schweizer Hochschulen und Unternehmen wieder an den EU-Forschungsprogrammen teilhaben können. (NZZaS, S. 30)

GRÜNE ANLAGEN: Um die Transparenz bei grünen Anlagen zu verbessern, plant der Bund, bereits im kommenden Jahr ein Gütesiegel für nachhaltige Investments zu schaffen. Das kündigte die Staatssekretärin für Internationale Finanzfragen, Daniela Stoffel, in der SoZ an. "Dieses Siegel wollen wir gemeinsam mit Vertretern der Branche, der Wissenschaft und NGO entwickeln", sagte Stoffel. Das geplante Label soll dabei nicht deklarieren, ob ein Fonds "grün" ist oder nicht. Der Bund plant, dass Produktanbieter vorausschauende Klima-Indikatoren nennen, zum Beispiel, ob die in einem Fonds enthaltenen Firmen den Klimawandel beschleunigen oder nicht. Solche Berechnungen sind komplex und beruhen auf Annahmen. Greenpeace ist an der Ausarbeitung des Labels beteiligt, auch der WWF begrüsst das geplante Gütesiegel. (SoZ, S. 36)

mk/


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