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Schweiz führend bei 3D-Druck-Innovationen in Europa

13.07.2020 | 11:00

Zürich (awp) - Im globalen Wettstreit um die Vorherrschaft bei der additiven Fertigung, also dem 3D-Druck, mischt die Schweiz vorne mit. Bei den 3D-Druck-Innovationen sieht das Europäische Patentamt (EPA) Europa an der Spitze, gefolgt von den USA und Asien. Und innerhalb Europas belegt die Schweiz einen Spitzenplatz.

Von keinem anderen Land werden beim EPA pro Einwohner und im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung so viele Patente auf dem Gebiet der 3D-Druck-Technologie angemeldet. Dies ist das Fazit einer am Montag vom EPA veröffentlichten Studie.

In den letzten Jahren sei es bei Patentanmeldungen zum 3D-Druck zu einem Boom gekommen, schreibt das Amt. Mit durchschnittlich 36 Prozent pro Jahr seien zwischen 2015 und 2018 Patentanmeldungen in diesem Bereich zehnmal schneller gewachsen als die Gesamtzahl der jährlichen Patentanmeldungen (+3,5%). Dies könne auch als Teil des Booms digitaler Technologien gesehen werden.

Mit wachsender Reife der Technologie werde ihr Mehrwert zunehmend darin gesehen, Ressourcen zu sparen und komplexe Produkte kostengünstiger herzustellen. Die additive Fertigungstechnik habe somit das Potential, ganze Wertschöpfungsketten neu zu gestalten.

___ Gesundheitssektor als grösster Treiber

Innerhalb der Schweiz gehören der Hörgerätehersteller Sonova, der Pharmakonzern Novartis, der Chemie-Spezialist Clariant, der Uhrenhersteller Swatch sowie der Nahrungsmittelmulti Nestlé zu den führenden Patentanmeldern auf dem Gebiet des 3D-Drucks. Die Studie zeigt denn auch, dass die grösste Nachfrage nach Patenten für additive Fertigungsverfahren aus dem Gesundheitssektor kommt, gefolgt von den Bereichen Energie und Verkehr.

Es sind aber nicht nur grosse Firmen innovativ. Die KMU trügen in der Schweiz mit einem Anteil von über einem Viertel im europäischen Vergleich überdurchschnittlich zu den 3D-Druck-Patentanmeldungen bei, heisst es. Namentlich erwähnt das Amt die Sintratec AG, die börsenkotierte Medartis und Hirschberg Engineering. Von den Patentanmeldungen aus der Schweiz stammen zudem 13 Prozent von den Universitäten, wobei die Uni und die ETH von Zürich führend sind.

Regional gesehen liegt Zürich gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen zum 3D-Druck auf Platz drei hinter München und Barcelona sowie vor Berlin. Der Kanton Aargau liegt auf Platz 8 und der Kanton Waadt auf Platz 17.

Auf globaler Ebene kommen knapp die Hälfte der Anmeldungen aus Europa, etwa 35 Prozent aus den USA und der Grossteil des Restes aus Asien, wo Japan an der Spitze liegt.

cf/ys



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