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ZKB rechnet nach deutlicher Delle 2020 mit kräftigem Wachstum 2021

26.03.2020 | 14:33

Zürich (awp) - Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeichnen die Anlageexperten für 2020 ein sehr trübes Bild. Wie der Chief Investment Officer (CIO) Christoph Schenk am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten erklärte, geht die ZKB von einem BIP-Einbruch von 4 Prozent aus.

"Alleine im Tourismus und wegen der ausfallenden Sportgrossereignisse wird das Schweizer BIP deutlich negativ beeinflusst", erklärte Schenk. Derweil dürfte die Wirtschaft im kommenden Jahr dann dank Nachhol- und Erholungseffekten um kräftige 3 Prozent wachsen.

"Diese Prognosen sind aber alle mit Vorsicht zu geniessen," schränkte der CIO der ZKB unter Verweis auf die aussergewöhnlich hohe Prognoseunsicherheit ein. "Entscheidend wird sein, wie rasch die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle gebracht werden kann." Ob dies nun wirklich schon im April der Fall sein wird, sei zum heutigen Zeitpunkt nicht vorherzusagen. Mai sei wahrscheinlich realistischer.

Der Versuch, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bringen, gehe zudem mit Massnahmen einher, durch die die konjunkturelle Abwärtsdynamik unmittelbar akzentuiert wird.

___ Auswirkung in vier Phasen

Für Schenk lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus in vier Phase einteilen. So kommt es in der ersten Phase wegen der eingeleiteten Massnahmen zum Unterbruch in den Lieferketten und letztlich zu einer Drosselung in der Produktion. Planung ist derzeit nur schwer möglich, da nicht klar ist, wie lange die angeordneten Massnahmen aufrecht erhalten werden müssen.

Wie man bereits gesehen hat, führte die Erkenntnis, dass es sich um eine Pandemie handelt, weltweit an den Finanzmärkten zu Kurseinbrüchen und einer erhöhten Volatilität. Wichtig ist laut Schenk, dass diese Phase auch durch einen gewissen Vertrauensverlust der Marktteilnehmer gekennzeichnet sei. "Dieser Verlust dauert unserer Meinung nach so lange an, solange die Anzahl der Neuinfizierten nicht abnimmt."

Mit Massnahmenpaketen haben nun bereits die verschiedenen Regierungen und Notenbanken versucht, den Unternehmen und der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Am Ende werde entscheidend sein, wie stark sich die Produktionsdrosselungen auf den Arbeitsmarkt auswirken und wie schnell es gelingt, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen.

Für den Anlageexperten besteht zwischen dieser dritten Phase, die er als Relativierungsphase sieht und der zweiten, in der es um den Vertrauensverlust geht, einen gewissen Rückkoppelungseffekt, der sich vor allem auf die Finanzmärkte auswirken dürfte. "Hier werden wir auch in den kommenden Wochen eine anhaltend hohe Volatilität sehen."

___ Erholung nicht vor zweitem Halbjahr

Die vierte Phase, die Erholung, dürfte nicht vor dem zweiten Halbjahr einsetzen, zeigt sich Schenk überzeugt. Dann werde sie aber sicher durch einen zusätzlichen Nachholeffekt befeuert, so dass die Schweizer Wirtschaft 2021 dann um 3 Prozent wachsen sollte.

Für den Experten steht die Schweiz dabei im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn oder auch den USA grundsätzlich sehr gut da. "Unsere strikte Haushalts- und Schuldenpolitik ist der Grund, dass der Verschuldungsgrad der Schweizer Wirtschaft im Vergleich zu vielen anderen Staaten deutlich geringer ist."

Nicht zuletzt aus diesem Grund dürfte die Schweiz in der Erholungsphase denn auch besser dastehen als einige andere Länder. "Genau aus diesem Grund gehen wir auch davon aus, dass der Franken auch weiterhin eher unter Aufwertungsdruck leiden wird."

hr/mk



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