News

Aktien Schweiz: Zinshoffnungen schieben SMI auf Rekordhoch - Banken schwach

18.06.2019 | 11:30

Zürich (awp) - Zinssenkungshoffnungen verleihen der Schweizer Börse Auftrieb. Der SMI macht frühe Verluste wett und steigt vorübergehend bis auf ein neues Rekordhoch von 9'909,17 Punkten. EZB-Chef Mario Draghi hat den Märkten laut Händlern mit seiner Eröffnungsrede auf einer Zentralbankkonferenz in Portugal neue Zinsfantasie eingehaucht. Mit Spannung warten die Marktteilnehmer nun darauf, ob auch die US-Notenbank eine Lockerung der Geldpolitik signalisiert.

EZB-Chef Draghi sagte im portugiesischen Sintra, falls sich die wirtschaftlichen Perspektiven nicht bessern, sei ein zusätzlicher Stimulus erforderlich. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar, sie gehörten zum Instrumentenkasten der EZB.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.00 Uhr um 0,49 Prozent höher bei 9'900,115 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt 0,27 Prozent auf 1'507,04 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,46 Prozent auf 11'953,61 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien verbuchen 20 höhere, 8 tiefere und zwei unveränderte Kurse.

Nun blicken die Anleger verstärkt in die USA, wo die zweitägige Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Fed beginnt. Resultate werden für Mittwochabend erwartet. Wegen der schwächeren Weltkonjunktur und politischer Risiken wird an den Finanzmärkten auf mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr spekuliert. Am Donnerstag veröffentlichen ausserdem die Bank von Japan und die Bank von England ihre Zinsentscheidungen.

Die stärksten Gewinne verbuchen Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (+1,3%) und des Softwareherstellers Temenos (+1,2%). Auch der Uhrenproduzent Swatch (+0,4%) rückt vor. "Wenn die Zinsen immer weiter sinken und Obligationen nichts mehr hergeben, der Aktienmarkt stolz bewertet ist, gewinnen Luxusgüter wie hochpreisige Uhren und edler Schmuck wieder an Attraktivität", sagt ein Händler.

Gefragt sind auch Firmen mit einem konjunkturstabilen Geschäftsmodell. Dazu zählen die Gesundheitswerte Alcon (+1,1%), Novartis (+1,0%), Sonova (+0,9%), Roche (+0,9%) und Vifor (+0,5%). Auch der Lebensmitteltitel Nestlé (+0,5%) gewinnt an Wert.

Zu den Gewinnern zählen zudem die dividendenstarken Werte der Versicherer Swiss Life (+0,4%), Swiss Re (+0,3%) und Zurich (+0,2%). "Wenn die Zinsen weiter sinken suchen die Anleger nach einem Ersatz für den Coupon, den es bei den Anleihen schlicht nicht mehr gibt", sagt ein Händler.

Neue Sorgen im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit machen dagegen den Technologiewerten zu schaffen. AMS (-5,4%) sacken nach einer weiteren Prognosesenkung des deutschen Herstellers von Wafern für Halbleiterunternehmen Siltronic ab. Die weltweiten Unsicherheiten und die Exportbeschränkungen der US-Regierung gegenüber chinesischen Technologiekonzernen lasteten auf der Nachfrage in der Branche, hatte Siltronic am Montagabend mitgeteilt. "Dem kann sich auch AMS nicht entziehen", sagt ein Händler. Im Sog von AMS verlieren auch Logitech (-1,4%, Inficon (-0,8%), U-blox (-2,1%) und VAT (-3,5%) an Terrain.

Ungefragt sind die Aktien der Banken Julius Bär (-1,7%), Credit Suisse (-1,0%) und UBS (-1,0%). Tiefere Zinsen, eine schwächelnde Konjunktur und damit verbunden geringere Umsätze im Zins- und Anlagegeschäft trübten die Ertragsaussichten der Branche, heisst es am Markt.

Uneinheitlich sind zyklische Titel: Kühne+Nagel (-0,8%) und LafargeHolcim (-0,4%) geben nach. Sika (+1,0%) und Geberit (+0,4%) legen zu.

Am breiten Markt schnellen die Aktien von Wisekey um 11 Prozent in die Höhe auf 2,44 Franken. Das Cybersicherheits-Unternehmen will eigene Aktien im Umfang bis maximal 10 Prozent des Aktienkapitals zurückkaufen.

Die Aktien des Messebetreibers MCH Group gewinnen 6,5 Prozent. Die Aktie habe sehr viel an Wert verloren und habe nun ein gewisses Aufholpotenzial aufgebaut, sagt ein Händler. "Spekulativ kann man da ja schon einmal einen Finger hineinhalten", sagt ein Händler.

pre/kw


Bitte warten...
Der Kursdaten-Push wurde aufgrund einer Zeitüberschreitung deaktiviert. Bitte klicken Sie auf "Seite aktualisieren", um fortzufahren.