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Aktien Schweiz: Kursgewinne ausgebaut - Warten auf News vom Fed

21.08.2019 | 11:30

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse tendiert zur Wochenmitte fester. Nach einem bereits freundlichen Start greifen die Marktteilnehmer bis zum Mittag weiter zu. Das Geschäft verläuft laut Händlern aber in ruhigen Bahnen. Die Märkte wirkten durch das Warten auf die Protokolle der jüngsten Sitzung der US-Notenbank am Abend (MESZ) und auf den Beginn des jährlichen Notenbanker- und Finanzministertreffens in Jackson Hole am Donnerstag etwas gelähmt, heisst es in einem Marktkommentar.

Von den Protokollen des Fed und vor allem von der Eröffnungsrede des Fed-Chefs Jerome Powell am Symposion in Jackson Hole erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise auf Zeitpunkt und Ausmass der erwarteten Lockerung der Geldpolitik der USA. "Die Märkte hängen eben am Tropf der Notenbanken", sagte ein Händler. Die Erwartungen an die Geldhüter seien sehr hoch. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach mit Nachdruck eine Zinssenkung gefordert. Das Fed hatte Ende Juli den Leitzins erstmals seit einer Dekade gesenkt und damit auf die schwächere Weltwirtschaft und den Handelsstreit zwischen den USA und China reagiert.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.00 Uhr 0,72 Prozent höher bei 9'840,64 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt 0,89 Prozent auf 1'492,65 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,81 Prozent auf 11'971,96 Zähler. 28 der 30 SLI-Werte notieren im Plus und nur zwei im Minus.

Die Hoffnung auf Konjunkturhilfen der Zentralbanken und auf eine Entspannung im US-chinesischen Zollstreit sorgen für mehr Zuversicht am Markt. Daher würden die Aktien des Chip-Herstellers AMS (+3,1%) und der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (+2,8%) und Richemont (+2,8%) stark gefragt. Vor allem AMS und die Uhrenhersteller werden von der Entwicklung in und um China jeweils stark beeinflusst.

Auch andere Zykliker stehen auf den Einkaufszetteln der Anleger: Der Aufzugshersteller Schindler (+2,7%), der Unterhaltungselektronik-Produzent Logitech (+2,6%), der Chemiekonzern Clariant (+2,0%), der Zementriese LafargeHolcim (+1,5%) und der Personalvermittler Adecco (+1,6%) ziehen deutlich an.

Festere Kurse verbuchen zudem der Banken-Softwarehersteller Temenos (+2,3%) und die Banken Credit Suisse (+1,6%) und UBS (+1,1%).

Weiter auf Rekordkurs befinden sich die Papiere von Nestlé (+1,2%). Der Lebensmittelriese, dessen Kursperformance für den Grossteil der starken Entwicklung des Gesamtmarktes verantwortlich sind, eilt von Rekordkurs zu Rekordkurs.

Dagegen steht Alcon (-1,5%) auf der Verkaufsliste. Der Augenheilmittelhersteller hat mit dem Quartalsbericht die Markterwartungen nicht ganz erfüllt. Vergleichsweise wenig gefragt sind auch andere als krisenresistent geltende Gesundheitswerte wie Roche (-0,2%) und Novartis (+0,4%), Sonova (+0,1%) und der Telekomkonzern Swisscom (+0,2) .

Am breiten Markt fallen Asmallworld (+37%) und Evolva (+29%) mit Kurssprüngen auf. Die beiden kleinen Firmen haben im Halbjahr besser als erwartet abgeschnitten. Die Aktien von Hochdorf (+11%) machen einen Teil des Vortageseinbruchs um fast 30 Prozent wett. Der Milchverarbeiter steckt seit einiger in Schwierigkeiten und hat am Vortag einen Rekordverlust für das erste Halbjahr veröffentlicht.

Die Anteile von Basilea (+6,1% auf 41,54 Fr.) ziehen nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse an. CS hat zudem das Kursziel auf 105 von 100 Franken angehoben. Das Produkte-Portfolio von Basilea sei attraktiv und die Bank sieht insbesondere dank den genannten Medikamenten weiteres Aufwärtspotenzial.

Forbo (+1,8%% auf 1'443 Fr.) profitieren ebenfalls von einer CS-Empfehlung. Die Bank rät bei der Aktie mit einem Kursziel von 1'790 Fr. zum Kauf.

Auf der anderen Seite sacken Feintool nach einem Gewinneinbruch und dem Verzicht auf eine Prognose um 4,0 Prozent ab. Das Halbjahresergebnis von Von Roll (-4,9%) löst ebenfalls Verkäufe aus. Der Isolationsspezialist hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und Ebit eingefahren.

pre/uh


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