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Bâloise-CEO: Expansionspläne für Online-Versicherungen denkbar

09.10.2019 | 18:39

Zürich (awp) - Der Versicherer Bâloise könnte künftig wieder vermehrt ausserhalb seiner derzeit bewirtschafteten Marktgebiete tätig werden. "Expansionspläne für die Online-Versicherungen Friday und Mobly sind durchaus denkbar. Im kommenden Jahr werden wir wohl mehr wissen. Auch, welche Märkte dafür in Frage kommen", sagte Konzernchef Gert De Winter im Interview mit der "Handelszeitung" (Vorabdruck der Ausgabe vom 10.10.).

Dabei können auch Länder auf dem Radar sein, in denen die Bâloise derzeit nicht tätig sei. In Bezug auf die kritische Grösse gelte es derweil zu unterscheiden, meinte der CEO. Als Allgemeinversicherer, der ein Vollsortiment anbiete, brauche man diese nach wie vor.

In der Schweiz, Belgien und Luxemburg liege die Bâloise auf den Rängen drei bis fünf und habe die kritische Grösse. In Deutschland dagegen sei die Bâloise zu klein. "Daher fahren wir dort bewusst eine Nischenstrategie." Aus der Industrieversicherung habe man sich zurückgezogen und bei Automobil sei man "sehr zurückhaltend", so De Winter.

Auch Zukäufe kann sich der Firmenchef weiter vorstellen: "Wenn es Möglichkeiten für einen Kauf gibt, prüfen wir diese." Gemäss dem Bâloise-CEO sind die Schweiz, Belgien und Luxemburg "mittlerweile stark konsolidiert". Das mache die Märkte interessant, denn die Anbieter agierten sehr technisch. Die Prämien orientierten sich an den Kosten und Risiken.

In Deutschland hingegen gebe es mehr als 150 Versicherer und ein Drittel seien Genossenschaften, die weniger Rendite erwirtschaften müssen. "Das ist deutlich intensiver", meinte der Konzernchef.

___ Kein Ausstieg aus dem BVG-Geschäft

Auf die Frage, ob die Bâloise sich wie die Axa aus dem BVG-Vollversicherungsgeschäft zurückziehen werde, sagte er: "Da gibt es keine Änderungen: Wir bieten die Vollversicherung für Pensionskassengelder an und halten auch daran fest. Aber wir tun das selektiv."

Grundsätzlich sei die Politik aber gefordert, endlich etwas für die Altersvorsorge zu tun. "Es geht so nicht mehr weiter. Eine Lösung für die Altersvorsorge ist zwingend und dringend."

uh/kw



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