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Devisen: Euro etwas tiefer zum USD - EUR/CHF auf tiefstem Stand seit April 2017

14.01.2020 | 17:10

FRANKFURT (awp international) - Der Euro ist am Dienstag zum US-Dollar leicht gesunken. Nachdem sich die Gemeinschaftswährung bis zum Mittag kaum verändert hat, ist sie am Nachmittag etwas abgerutscht. Am späten Nachmittag liegt der Kurs bei 1,1118 nach 1,1145 Dollar am Morgen.

Zum Schweizer Franken ist der Euro am Nachmittag mit 1,0760 auf den tiefsten Stand seit April 2017 gefallen. Am späten Nachmittag liegt der Kurs mit 1,0769 wieder etwas höher. "Wichtig ist, dass die Marke von 1,0760 Franken hält. Sollte diese Unterstützung durchbrochen werden, hat das Währungspaar Luft nach unten bis 1,0720 Franken", so ein Devisenhändler dazu. Auch der Dollar verlor zum Franken und notiert auf 0,9686 - im Tief war er bis auf 0,9668 Franken gefallen.

SNB wieder unter Beobachtung des US-Finanzministerium

Als Grund für den Anstieg des Schweizer Franken nannten Experten, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) neu wieder unter Beobachtung des US-Finanzministeriums steht. Für einige Marktteilnehmer lautet die logische Schlussfolgerung daraus: Die SNB wird künftig weniger stark am Devisenmarkt intervenieren. "Die Schweizerische Nationalbank sollte sich bewusst sein, dass bei etwaigen Devisenmarktmanipulationen der Verdruss in Washington weiter zunimmt", kommentiert etwa Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Wie ein weiterer Händler meint, es sei auch im Bereich des Möglichen, dass der Markt die Gelegenheit nutze, die Schmerzgrenze der SNB auszuloten. "Eventuell so lang, bis dann eben doch die Zinsenseite thematisiert werden muss", so ein Händler.

Preisentwicklung in den USA setzt kaum Impulse

Daten zur Preisentwicklung in den USA konnten dem Handel derweil keine neue Richtung geben. Im Dezember stieg die Inflation in der grössten Volkswirtschaft der Welt auf 2,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit etwa einem Jahr. Nach Einschätzung des Experten Bernd Krampen von der NordLB sei unter anderem ein deutlicher Anstieg der Energiepreise für die höhere Inflation verantwortlich. In den Wintermonaten sei mit einem weiteren Anstieg der Teuerung zu rechnen, bevor sich die Inflation im Frühjahr wieder bis an die Zielmarke der US-Notenbank Fed von zwei Prozent abschwächen dürfte.

"Diese zu erwartenden Preistendenzen sollten zunächst unproblematisch für die US-Notenbanker sein", so Krampen. Darüber hinaus habe die amerikanische Notenbank die Bedeutung der aktuellen Konjunkturschwäche in den USA deutlich höher gehängt. Die an diesem Mittwoch erwartete Unterzeichnung eines Teilabkommens zwischen den USA und China "könnte das Schreckgespenst Handelskrieg vertreiben". "Insofern sollte die Fed jetzt erstmal weiter abwarten und jüngste Zinssenkungen wirken lassen", meinte der NordLB-Experte weiter.

Yuan mit Kursgewinnen

Kursgewinne verzeichnet dagegen der Yuan. Die Währung Chinas profitiert von der Entscheidung der US-Regierung, die Volksrepublik nicht mehr als Währungsmanipulator zu brandmarken. Für Auftrieb sorgten auch solide Aussenhandelsdaten aus China für den Monat Dezember. Zum US-Dollar stieg der Yuan auf den höchsten Stand seit vergangenen Sommer.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85618 (0,85760) britische Pfund und 122,32 (122,25) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1'543 Dollar gehandelt. Das waren etwa fünf Dollar weniger als am Vortag.

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