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Aktien Schweiz: Zurückhaltung vor US-Arbeitsmarktdaten

03.04.2020 | 11:34

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse zeigt sich zum Wochenschluss insgesamt wenig verändert. Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts um 14.30 Uhr verhielten sich die Anleger vorsichtig, heisst es am Markt. Die Umsätze seien vergleichsweise moderat. Von den Zahlen erhoffen sich die Marktteilnehmer Aufschluss über den Zustand der weltgrössten Volkswirtschaft und darüber wie stark das Coronavirus den dortigen Arbeitsmarkt bereits infiziert hat.

Gemäss den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen dürften in den USA nun mehr als 10 Millionen Menschen arbeitslos sein. Die am Nachmittag erwartete Arbeitslosenquote dürfte dagegen aufgrund einer verzögerten Datenerhebung noch nicht richtig vom "Corona-Tsunami" erfasst worden sein. Der Anstieg der US-Arbeitslosenquote, die im Februar noch bei 3,5 Prozent lag, könnte Analysten zufolge aber noch relativ gering sein. "Das Schlimmste kommt erst im Mai, wenn der Corona-Einfluss voll durchschlägt", sagte ein Händler.

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 0,25 Prozent tiefer auf 9'247,59 Punkten. Der SLI, in dem die 30 grössten Werte enthalten sind, verliert um 0,63 Prozent auf 1'328,56 Punkte. Der breite SPI, in dem im Gegensatz zu den beiden anderen Indizes Dividendenausschüttungen berücksichtigt werden, steigt um 0,22 Prozent auf 11'297,83 Zähler. Im SLI verlieren 20 Titel und 10 gewinnen an Wert.

Die stärksten Einbussen verbuchen Zurich (-8,1%), die um 26,90 Franken nachgeben. Die Aktie wird allerdings mit einem Dividendenabschlag von 20 Franken je Titel gehandelt.

Ähnliches gilt für Geberit (-2,5% oder 10,20 Fr.), bei denen 11,30 Franken ausgeschüttet werden.

Erneut deutlich tiefer sind die Anteile des Sensorenherstellers Ams (-6,2%) sowie der Softwarefirma Temenos (-4,1%). Bei beiden Aktien sei derzeit sehr viel Negatives im Kurs eingepreist worden. "Die nächsten News müssen fast zwangsläufig positiv sein", sagte ein Händler. "Vor allem bei Ams bietet sich daher nun ein Trading-Kauf richtiggehend an."

Auch die Aktien der Uhrenhersteller Richemont (-1,4%) und Swatch (-2,1%) setzen den Abwärtstrend fort. "Dabei böte sich eine kurzfristige Wette auf China eigentlich an. Die jüngsten Nachrichten aus dem Reich der Mitte schüren Hoffnung", sagte ein Börsianer.

Angesichts der Rezessionsängste stünden die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim (-0,4%), des Personalvermittlers Adecco (-0,5%) und der Grossbanken CS (0,7%) und UBS (-0,8%) nicht auf der Einkaufsliste der Anleger, heisst es weiter.

Gesucht sind dagegen die als defensiv geltenden Aktien von Lonza (+2,7%), Alcon (+2,2%), Novartis (+1,3%) und Nestlé (+0,5%). Der Pharmakonzern Novartis und die Firma Incyte starten auf der Suche nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten des Coronavirus eine Phase-III-Studie mit dem Mittel Jakavi.

Zu den Gewinnern zählen am breiten Markt die Aktien von Cosmo (+3,9%). Die italienische Pharmafirma hat 2019 den Verlust um gut 6 Millionen Euro auf 24,5 Millionen ausgeweitet. Nach einer komplexen Neupositionierung sieht sich das Unternehmen nun aber wieder gut aufgestellt und hält die Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr für möglich.

Aber auch andere Papiere aus dem Pharma- oder medizintechnischen Bereich sind gefragt: Obseva (+7,5%), Polyphor (+5,4%), Addex (+4,7%) und Siegfried (+3,8%) sowie Medartis (+4,6%) und Ypsomed (+1,0%) legen zu.

Dagegen brechen die Anteile von APG um gut 9 Prozent ein. Die auf Aussenwerbung spezialisierte Firma will für 2019 keine Dividende auszuschütten. Zudem verzichtet das Management auf Teile seines Gehalts. Die Streichung der Dividende sei ein schmerzlicher Schritt, heisst es bei der ZKB. Das Aussenwerbegeschäft sei nach den guten Monaten Januar und Februar im März voll von der Coronakrise erfasst worden.

Dufry (-6,0%) sacken erneut deutlich ab. Angesichts der durch die Coronakrise immer schwerer werdenden Situation trennten sich die Anleger von den Aktien des Reisedetailhändlers. Am Markt werde gar die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen, sagt ein Händler.

pre/kw


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