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Bund: Mercosur-Freihandelsabkommen hat geringe Auswirkungen auf Umwelt

30.06.2020 | 15:47

Bern (awp/sda) - Die Auswirkungen des Freihandelsabkommens zwischen den Efta- und Mercosur-Staaten auf die Umwelt und den Agrarbereich dürften gering ausfallen. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und Agroscope publizierten am Dienstag die beiden Studien über mögliche Umwelt- und Agrarauswirkungen des Freihandelsabkommens.

Die erste Studie analysiert mögliche positive und negative Auswirkungen auf die Umwelt in der Schweiz und in den Mercosur-Staaten, die aufgrund der Veränderung der bilateralen Handelsströme durch das Freihandelsabkommen (FHA) entstehen könnten. Die Resultate beziehen sich jeweils auf das Referenzjahr 2040.

Durch das FHA zwischen den Efta- (Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Island) und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay) wären die Schweizer Exporte in die Mercosur-Staaten im Jahr 2040 um 55 Prozent höher als ohne FHA (insgesamt wären die Schweizer Exporte in die Welt um 0,31 Prozent höher).

Die Exporte der Mercosur-Staaten in die Schweiz wären um 5 Prozent höher. Gesamtwirtschaftlich wäre in der Schweiz das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 0,06 Prozent höher, in den Mercosur-Staaten um 0,01 Prozent, wie es in der Studie heisst.

Geringe Umweltauswirkungen

Die Treibhausgasemissionen wären 2040 durch das Abkommen in der Schweiz um 0,1 Prozent höher als ohne FHA, in den Mercosur-Staaten um 0,02 Prozent und global um 0,0004 Prozent. Die Luftverschmutzung wäre in der Schweiz um 0,2 Prozent höher, in den Mercosur-Staaten und global bliebe sie mehr oder weniger unverändert.

Gemäss den Modellrechnungen wäre durch das FHA die Abholzung in den Mercosur-Staaten um 0,02 Prozent höher, im schlimmsten Fall um 0,1 Prozent. Die Studie geht von einem tieferen oder gar nicht vorhandenen Effekt aus. Auch in anderen Umweltbereichen werden die potenziellen Umweltauswirkungen als gering beurteilt.

Die insgesamt gering ausfallenden Umweltauswirkungen beruhen laut Mitteilung darauf, dass das FHA kaum etwas an bestehenden Handelsflüssen mit umweltintensiven Produkten ändert.

Im Rahmen des Aktionsplans "Grüne Wirtschaft" des Bundesrates hatte das Seco in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Juni 2019 diese Umweltverträglichkeitsprüfung des FHA in Auftrag gegeben, welche vom World Trade Institute der Universität Bern durchgeführt wurde.

Wenig Auswirkungen auf Preise

Weiter wird sich das Freihandelsabkommen wenig auf den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten sowie die Schweizer Produktion und die Produzentenpreise auswirken. Dies zeigt die zweite Studie von Agroscope.

Analysiert wurden die Auswirkungen eines Marktöffnungsszenarios bestehend aus Zollsatzreduktionen und der Schaffung bilateraler Kontingente für bestimmte landwirtschaftliche Exporte aus den Mercosur-Staaten in die Schweiz.

Die Resultate zeigen, dass die Schaffung bilateraler Kontingente kaum nennenswerte Effekte auf den landwirtschaftlichen Handel hat. Auch die Schweizer Produzentenpreise und Produktion werden demnach kaum beeinflusst.

Die vier Efta- und die Mercosur-Staaten hatten sich im vergangenen Sommer in Buenos Aires grundsätzlich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. 95 Prozent der schweizerischen Ausfuhren würden dadurch zollbefreit. Das Abkommen enthält nach Angaben des Bundes auch Bestimmungen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit.


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