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Aktien Schweiz: SMI geht die Luft aus

04.05.2021 | 11:30

Zürich (awp) - Nach dem dynamischen Wochenauftakt geht dem Schweizer Aktienmarkt bereits am Dienstag schon wieder die Puste aus. Zwar ist der SMI zunächst noch mit knappen Gewinnen gestartet, mittlerweile notiert er aber leicht im Minus. Seine Handelsspanne liegt bei knapp 70 Punkten. Händler verweisen einerseits auf die Bewertungen, die im Zuge der zuletzt guten Börsenstimmung wieder gestiegen seien. Ausserdem beginne mit dem Mai die Börsenzeit, in der sich Investoren gerne an die Seitenlinie zurückzögen, um ihre bisherigen Gewinne zu sichern.

Anleger seien derzeit gefangen zwischen den beschleunigten Impfkampagnen sowie der Aussicht auf weitreichende Lockerungen auf der einen Seite und der Sorge, dass die erwartete massive Erholung der Wirtschaft die Notenbanken zum Handeln zwingen wird auf der anderen Seite. Die anziehende Inflation hänge wie ein Damoklesschwert über den Börsen, heisst es von Händlerseite. "Den Notenbanken ist es nur teilweise gelungen, die Investoren zu beruhigen", meinte einer.

Der SMI verliert um 11.00 Uhr 0,25 Prozent auf 11'091,71 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fällt um 0,11 Prozent auf 1803,78 Punkte und der breite SPI um 0,21 Prozent auf 14'254,06 Zähler. Im SLI halten sich Gewinner und Verlierer die Waage.

Hierzulande steht der Handelstag noch einmal ganz im Zeichen der Berichterstattung zum ersten Quartal. Drei Blue Chips haben sich bereits am Morgen geäussert, Alcon (-0,7%) folgen am Abend nach US-Börsenschluss.

Besonders deutlich reagieren AMS (+6,3%) auf die vorgelegten Zahlen. Damit können die Titel einiges vom zuletzt verlorenen Terrain aufholen. Vor allem die Sorge vor einem Auftragsrückgang mit dem wichtigsten Kunden Apple sowie mögliche Lieferengpässe in der Chipindustrie hatten den Titel unter Druck gesetzt. Analysten sowie Händler tun sich aber eher schwer mit der Einschätzung der Zahlen.

Ebenfalls gesucht nach Zahlen sind Geberit (+2,2%). Das Unternehmen ist im ersten Quartal 2021 so stark gewachsen wie schon lange nicht mehr und hat sämtliche Prognosen klar übertroffen. Dank des Umsatzschubs zogen auch die Gewinnmargen auf hohem Niveau noch einmal an. Die Guidance wurde jedoch nicht angehoben.

Mit etwas Abstand gewinnen dann noch Vertreter der unterschiedlichsten Branchen hinzu. So sind Logitech (+1,0%) ebenso auf den Einkaufslisten der Investoren zu finden wie Swiss Life (+0,8%) oder Sonova (+0,5%).

Neben der Swiss Life ziehen noch weitere Vertreter der Finanzbranche an. Swiss Re gewinnen ebenso hinzu wie Julius Bär, Partners Group und die UBS. Die Aufschläge liegen zwischen 0,6 und 0,1 Prozent. Die CS (-0,4% oder -0,034 Fr.) notieren nur optisch tiefer. Sie werden ex Dividende (0,10 Fr.) gehandelt.

Adecco (-3,9%) ist der dritte Blue Chip mit Zahlen. Am Markt heisst es, die Pessimisten hätten sich bei der Beurteilung der Zahlen durchgesetzt. So meinen etwa die Experten von Jefferies, die Wachstumszahlen seien eine leise Enttäuschung. Auch der Ausblick sei mit Fragezeichen behaftet, heisst es von anderer Seite.

Gemieden werden auch Vertreter der Gesundheitsbranche. So geht es etwa für Lonza nach einem guten Lauf in den letzten Tagen um 1,3 Prozent abwärts. Auch Roche (-0,9%) und Novartis (-0,1%) werden verkauft. Aus der defensiven Ecke stammen auch Verlierer wie Givaudan (-0,4%) oder Nestlé (-0,4%).

Im breiten Markt haben Oerlikon (-3,3%), SIG Combibloc (-2,7%) und Molecular Partners (+3,8%) über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal berichtet.

Das Plus von 1 Prozent beim Flughafen Zurich begründen Händler mit einer insgesamt guten Stimmung der Reisebranche gegenüber. Die Aussicht auf schrittweise Lockerungen sorge für Phantasie.

Derweil dreht sich das IPO-Karussell weiter. Der Luftfahrtzulieferer Montana Aerospace hat seinen IPO-Termin für den 12. Mai festgelegt. Ausserdem hat das Unternehmen Trifork angekündigt, eine Doppelkotierung in Kopenhagen und an der SIX anzustreben.

hr/uh


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