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Swatch- und Richemont-Aktien fallen mit schwachen China-Daten weiter zurück

15.09.2021 | 11:32

Zürich (awp) - Chinas Wirtschaft leidet zunehmend unter den Folgen der Coronakrise und das bekommen die Luxusgüteraktien deutlich zu spüren. Am Mittwoch werden die Papiere der Uhren- und Schmuckkonzerne Swatch und Richemont nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus dem "Reich der Mitte" erneut abgestossen.

Gegen 11 Uhr verlieren Swatch Group 2,0 Prozent auf 254,70 Franken, und jene von Richemont geben um 2,8 Prozent auf 100,55 Franken nach. Sie zählen damit zu den grössten Verlierern im SMI, der 0,44 Prozent einbüsst. Swatch und Richemont hatten bereits am gestrigen Dienstag Meldungen zu einem weiteren Corona-Ausbruch im Südosten Chinas und zu den von den Behörden in der Küstenmetropole Xiamen ergriffenen Lockdown-Massnahmen zugesetzt.

Die wachsenden Unsicherheiten zur Entwicklung der Wirtschaft in China setzen nicht nur den Schweizer Luxusgütergrössen zu, auch internationale Konzerne verlieren an der Börse an Wert. So fallen die Titel des französischen Luxusgüterriesen LVMH, der für Marken wie Moët Hennessy, Louis Vuitton oder auch die Schweizer Uhrenhersteller Hublot, Tag Heuer und Zenith bekannt ist, aktuell 2,6 Prozent.

In China sind die Umsätze im Detailhandel und die Industrieproduktion im August zwar gewachsen, doch die Zahlen enttäuschten. Vor allem der Einzelhandel litt unter den in einigen Regionen ergriffenen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie und legte verglichen zum Vorjahr nur um 2,5 Prozent zu.

Chinas Regierung verfolgt eine "Null-Covid-Strategie" mit strikten Massnahmen wie Ausgangssperren, Quarantäne, Reisebeschränkungen oder Ladenschliessungen. Das belastet den Einzelhandel und damit auch den Luxusgütersektor. Das Land ist der wichtigste Absatzmarkt für die Hersteller von teurem Schmuck, Uhren oder Kleidern von Luxusmarken. Die Volksrepublik ist gemessen an den Exportzahlen auch der grösste Abnehmer von Schweizer Zeitmessern.

Die kräftigen Kursverluste im Luxusgütersektor führen Händler denn auch auf die Verschärfung der Coronalage in China sowie die Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung zurück. Die chinesischen Konjunkturdaten für August seien eine grosse Enttäuschung, bewerten Ökonomen der Commerzbank die Entwicklungen.

Vor allem die Inlandnachfrage sei schwach ausgefallen und auch die Industrieproduktion sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, heisst es im Commerzbankkommentar weiter. Die Ökonomen rechnen nun damit, dass die chinesische Notenbank (PBoC) im vierten Quartal den Leitzins senkt, um das Land gegen den wirtschaftlichen Gegenwind abzusichern.

Die Daten aus China hätten einige unangenehme Überraschungen für die Anleger bereitgehalten, meint auch ein anderer Ökonom. Auch er geht davon aus, dass die PBoC "früher oder später" die Leitzinsen senken wird. Denn ansonsten drohe eine länger andauernde Schwächephase in Chinas Wirtschaft.

mk/rw


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