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Aktien Schweiz Schluss: SMI mit Abgaben - Brexit-Wirren belasten

15.11.2018 | 18:15

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt beendet den Donnerstagshandel mit Verlusten. Nach einem gehaltenen Start und anfänglichen Gewinnen am Morgen, rutschte der SMI schon früh ins Minus. Am Nachmittag verstärkte sich der Abwärtstrend mit einer schwachen Entwicklung an der Wall Street. Am Nachmittag sank der Leitindex unter die Marke von 8'900 Punkten und bewegte sich zeitweise sogar in Richtung 8'800 Punkte. Für Unsicherheit sorgte insbesondere die politische Lage in Grossbritannien.

In London verteidigte Premierministerin Theresa May ihren Brexit-Deal mit der EU. Der Rücktritt mehrerer Minister und Staatssekretäre hat die britische Regierung jedoch in eine Krise gestürzt. May droht ein Misstrauensvotum aus der eigenen Tory-Fraktion und ob der Brexit-Entwurf im britischen Parlament überhaupt eine Mehrheit findet ist völlig ungewiss. Analysten sprachen angesichts der politischen Wirren von einer steigenden Gefahr eines ungeregelten Austritts. Gemischt ausgefallene US-Konjunkturdaten sorgten zunächst für keine grösseren Ausschläge, dann setzte sich aber auch an der Wall Street der Pessimismus durch.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,68 Prozent tiefer auf 8'870,03 Punkten (Tagestief 8'811). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 0,91 Prozent auf 1'380,12 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80 Prozent auf 10'400,03 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 28 im Minus und nur zwei im Plus.

Schwächster Wert unter den Top 30 waren Dufry (-3,0%), gefolgt von Sonova (-2,6%), Richemont (-2,4%) und Swatch (-1,9%). Sonova legt in der kommenden Woche Halbjahreszahlen vor ab und Marktteilnehmer halten es für möglich, dass der Hörgerätehersteller bei den Zielvorgaben zurückkrebsen muss.

Auch Zykliker wie Lonza, Schindler, Adecco, Geberit, Kühne + Nagel oder LafargeHolcim verloren zwischen 1,4 bis 1,0 Prozent.

Klar schwächer schlossen auch die Banken UBS (-1,6%), Julius Bär (-1,5%) und CS (-1,7%). Letztere hat Medienberichte über die Prüfung eines weiteren Stellenabbaus nach dem derzeit laufenden Sparprogramm dementiert. Derweil ermittelt die Wettbewerbskommission gegen Schweizer Finanzinstitute wegen des mutmasslichen Boykotts von Apple Pay und Samsung Pay. Zudem standen durch die Brexit-Wirren und die weiter schwelende Italien-Haushaltsfrage europaweit die Finanzhäuser stärker unter Druck, hiess es.

AMS (-0,9%) schlossen erneut tiefer, nachdem der Aktienkurs bereits am Mittwoch um knapp 10 Prozent eingebrochen war. Der Halbleiterhersteller musste wie zuvor befürchtet aufgrund einer schleppenden Nachfrage seine Umsatz- und Gewinnziele deutlich zurückschrauben. Zeitweise hatte die Aktie im Tagesverlauf in einer Gegenbewegung eine starke Erholung gezeigt, was Marktteilnehmer jedoch mit Deckungskäufen aus dem Ausland erklärten.

Die Schwergewichte Nestlé (-0,2%), Roche (-0,5%) und Novartis (-0,4%) gaben ebenfalls ab, auch wenn sich hier die Verluste eher in Grenzen hielten. Novartis widersprach Spekulationen über eine Abspaltung von Sandoz. Die Generika-Sparte solle ein Pfeiler des Konzerns bleiben, ein Verkauf sei derzeit nicht geplant, sagte ein Sprecher.

Grösster Gewinner unter Blue Chips waren Givaudan (+1,5%). Im Handel war von Umschichtungen im europäischen Chemiesektor von konjunkturabhängigen in defensive Werte die Rede. Zu Letzteren zähle auch der Aromen- und Duftstoffhersteller. Daneben schafften es nur noch Sika (+0,4%) am Ende ins Plus.

Am breiten Markt kamen EFG International (-6,3%) deutlich unter Druck. Der Vermögensverwalter hatte einen Rückgang der verwalteten Vermögen per Ende Oktober gemeldet, dies auch wegen der Integration der Tessiner Bank BSI.

Klar zulegen konnten hingegen Zur Rose (+3,0%), nachdem die mittelfristigen Finanzziele erhöht wurden. Die Schweizer Apothekengruppe entwickle sich schnell und habe durch fünf Übernahmen deutlich an kritischer Grösse gewonnen, kommentiert die ZKB.

yr/mk



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