Aktien von Swatch und Richemont nach Exportzahlen unter Druck

19/12/2019 | 10:14

Zürich (awp) - Die Aktien der Uhrenhersteller Swatch und Richemont notieren am Donnerstag im frühen Handel tiefer. Gemäss den neusten Zahlen der eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) sind die Uhrenexporte im November im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 3,5 Prozent eingeknickt. Hauptverantwortlich für den Rückgang war der weiterhin schwache Absatzmarkt Hongkong.

Neben dem vertagten und laut Analysten für Swatch weniger wichtigen Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko) zu den Lieferverpflichtungen der Swatch-Tochter ETA für mechanische Uhrwerke, dürften vor allem die rückläufigen Uhrenexporte die Aktienkurse der Uhrenkonzerne belasten. Nachdem zuletzt guten Verlauf, sind die Ausfuhren von Schweizer Zeitmessern ins Stocken geraten.

Knapp eine Stunde nach Handelsbeginn notieren die Swatch-Titel um 9.50 Uhr rund 2,2 Prozent tiefer bei 268,30 Franken. Die Aktien des Konkurrenten Richemont stehen derweil 1,4 Prozent unter dem Vortagesschluss und kosten 75,10 Franken. Der Gesamtmarkt tendiert gemessen am SPI mit -0,27 Prozent ebenfalls tiefer.

Der Entscheid der Wettbewerbskommission (Weko), sich erst im Sommer 2020 bezüglich der Lieferverpflichtungen der Swatch-Tochter ETA für mechanische Uhrwerke an Dritte entscheiden zu wollen, betrifft laut Analysten weniger Swatch selber, die Schweizer Uhrenindustrie dafür umso mehr. Dass die Weko den Entscheid nochmals vertage sei für die hiesige Uhrenindustrie unglücklich, schreibt die ZKB in einem ersten Kommentar.

Swatch hingegen sei mit einem Umsatzanteil von 0,6 Prozent, der mit den mechanischen Uhrwerken erzielt werde, kaum wirklich betroffen, so der ZKB-Kommentar weiter. Der Weko-Nichtentscheid sei daher für Swatch verkraftbar. Mit Blick auf die Exportzahlen hat sich laut der ZKB aber die Befürchtung bestätigt, dass vor allem die Ausfuhren im unteren Preissegmente rückläufig waren.

Angesichts dessen, dass "viel Negatives" im Aktienkurs enthalten ist und die Bank den fairen Wert der Titel bei 325 Franken veranschlagt, belässt die ZKB die Einstufung auf "Übergewichten". Positiv für die Kursentwicklung sei zudem, dass die Swatch Group eine verstärkte Kostendisziplin aufweise, was bei gleichzeitigem Umsatzwachstum über 2020 hinaus wieder klare Margenverbesserungen zulasse.

Die Analysten von Morgan Stanley schätzen die Zahlen zu den Uhrenexporten ebenfalls leicht negativ für Richemont und Swatch ein. Wie bereits im Oktober, seien deutlich weniger Uhren nach Hongkong verschifft worden. Das habe sich nach den Unruhen und den rückläufigen Verkaufszahlen vor Ort abgezeichnet.

sta/mk


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