Cosmo profitiert von Cassiopea-IPO und macht Gewinn von 237,5 Mio EUR

30/07/2015 | 12:50

(Ergänzt mit weiteren Details)

Luxembourg (awp) - Das an der Schweizer Börse kotierte Pharmaunternehmen Cosmo hat im ersten Halbjahr 2015 vom Börsengang seiner Tochter Cassiopea profitiert und daraus einen hohen einmaligen Gewinn erzielt. Für das Gesamtjahr 2015 wurde die Gewinnprognose entsprechend deutlich erhöht, und die Aktionäre sollen mit einer Dividende beglückt werden.

Insgesamt verdiente Cosmo im Berichtssemester mit 237,5 Mio EUR mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr. Dabei generierte das IPO von Cassiopea, der früheren Hautdivision von Cosmo, einen ausserordentlichen Gewinn von 258,5 Mio EUR.

CEO Alessandro Della Chà kommentiert das Ergebnis am Donnerstag wie folgt: "Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Halbjahr 2015, weil wir die für 2015 und 2016 erwarteten Resultate bereits jetzt erzielten, und dies ohne unsere am weitesten entwickelten Produkte auslizensieren zu müssen." Das IPO von Cassiopea sei ein wichtiger Schritt in der Strategie, eigene Produkte in Beteiligungen umzuwandeln, während Cosmo sich weiter auf die Produktentwicklung und die Herstellung fokussiere.

Die Verkäufe blieben dagegen deutlich hinter dem Halbjahr zurück. So sank der Umsatz um gut die Hälfte auf noch 20,0 Mio EUR. Dies habe damit zu tun, dass Valeant die Bestellungen von Uceris stark reduziert habe, um einen Lagerabbau zu ermöglichen und ausserdem 2014 eine einmalige kommerzielle Meilensteinzahlung von 5 Mio USD ausbezahlt worden sei. Die beiden verschreibungspflichtigen Produkte im Markt, Lialda und Uceris, hätten derweil beide ihre Marktposition verbessert.

HÖHERE KOSTEN WEGEN BONUS-PROGRAMM FÜR MANAGEMENT

Die operativen Kosten erhöhten sich im ersten Halbjahr auf 43,5 Mio von 26,5 Mio EUR. Der überwiegende Teil dieser Zunahme (16,6 Mio) sei auf eine Rückstellung für das Management-Bonusprogramm zurückzuführen, hiess es. Klammere man diesen Effekt aus, nahmen die operativen Netto-Kosten um 1,7% zu. Der Personalbestand erhöhte sich ebenfalls in diesem Rahmen auf 182 Personen.

Für das Gesamtjahr wurden die Prognosen aufgrund des Sondergewinnes deutlich erhöht. Cosmo erwartet nun für 2015 einen Nettogewinn von 240 Mio EUR. Für das zweite Halbjahr 2015 geht das Management ausserdem davon aus, dass die Umsätze für Uceris den "geplanten Trend wieder einnehmen". Im vergangenen Monat habe dies bereits stattgefunden, sagte der Konzernchef an einem Call für Investoren.

Der frühere Ausblick hatte einen Gewinn vor Steuern von 90 Mio EUR für 2015 und 179 Mio EUR für 2016 vorgesehen, wobei der Cassiopea-IPO nicht enthalten war. Zudem würden Transaktionen im Zusammenhang mit den Dickdarm- bzw. Endoskopieprodukten, die im alten Ausblick enthalten waren, voraussichtlich hinausgezögert, um eine "maximale Wertschöpfung innerhalb von Cosmo" zu fördern.

AUCH INVESTITIONEN IN DIE PIPELINE

Stark zugenommen haben aufgrund des Cassiopea-IPO die flüssigen Mittel. Der CEO möchte daher die Aktionäre an der nächsten Generalversammlung "an diesen ausserordentlichen Resultaten teilhaben lassen" und eine Dividende ausschütten. Dabei dürften "nicht weniger" als 20 Mio zur Ausschüttung gelangen, sagte der CEO am Call.

Auf die Frage, ob 20 Mio angesichts der grossen Cash-Reserven nicht etwas wenig seien, meinte der CEO: "Ich habe damit die Untergrenze festgelegt, ich habe nicht über die Obergrenze gesprochen." Man wolle ausserdem neben der Ausschüttung der Dividende auch Geld in die Pipeline investieren, wurden frühere Aussagen bestätigt.

Die Cosmo-Aktie reagiert derweil nur moderat auf die heutigen News. Kurz nach Mittag notiert das Papier in einem leicht freundlichen Gesamtmarkt 0,4% tiefer bei 166,50 CHF, dies bei durchschnittlichem Volumen. Analystenkommentare zur Beurteilung der Zahlen sind aktuell keine erhältlich.

uh/


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