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Aktien Schweiz: Talfahrt beschleunigt sich bis Mittag - CS stemmt sich dagegen

25.04.2018 | 12:40

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwochmittag die Talfahrt beschleunigt, nachdem bereits ein Kursrutsch in den Überseebörsen für einen schwächeren Handelsbeginn gesorgt hatte. Auf die Kauflaune der Investoren schlagen Inflationsängste und Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der neue Drohungen gegen den Iran ausstiess - und so Sorgen um das bisherige Atomabkommen hervorrief. Einzig die Credit Suisse-Aktie stemmt sich gegen den Negativtrend, nachdem die Grossbank überraschend viel Gewinn im ersten Quartal erzielt hat.

Vor allem der Anstieg der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf rund 3 Prozent macht Anleger nervös. Damit rentieren US-Staatsanleihen so gut wie seit Januar 2014 nicht mehr, was ihre Attraktivität gegenüber den Aktien steigen lässt. "Vor dem Hintergrund höherer Anleiherenditen müssten die Bewertungen am Aktienmarkt jetzt neu hinterfragt werden", sagt ein Marktteilnehmer. Aktien seien nun anfällig für eine Korrektur. Ein weiterer Anstieg des Ölpreises bis auf 80 Dollar könnte zu einem Ausbruch der Renditen von zehnjährigen US-Staatsanleihen auf deutlich über 3 Prozent führen, sagt ein anderer Experte.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.55 Uhr um 0,6 Prozent tiefer bei 8'741,13 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,9 Prozent auf 1'445,56 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) taucht um 0,7 Prozent auf 10'346,26 Zähler. Bei den 30 wichtigsten Titeln gibt es 28 Verlierer und lediglich 2 Gewinner.

Bei den Gewinnern stechen die Aktien der Credit Suisse hervor, die um 3,9 Prozent steigen. Zeitweise hatten die Titel gar um über 5 Prozent zugelegt. Damit hat die Aktie in den letzten Tagen stets an Wert gewonnen und sind dabei, einen Teil der Kursverluste von Ende März wieder wettzumachen. Am Mittwoch hat die Grossbank mit ihren Quartalszahlen die Finanzgemeinde erfreut. Erträge und Gewinne nahmen deutlich stärker zu als erwartet. Zudem sprudelten die Neugelder so reichlich wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Konkurrentin UBS büsst 1,6 Prozent auf 16,45 Franken ein, Julius Bär um 0,5 Prozent. Händler sprechen von Umschichtungen aus UBS- in Credit Suisse-Aktien. Zudem hat die britische Bank Barclays das Kursziel für UBS auf 15,60 von 16,00 Franken gesenkt und stuft den Titel weiterhin mit "Untergewichten" ein. Nach den Quartalszahlen würden die Schätzungen insbesondere wegen der Lage in der Vermögensverwaltung nach unten angepasst, hiess es.

Der zweite Gewinner bei den Blue Chips sind Vifor, die um 2,2 Prozent zulegen. Die Aktie profitieren von einer Kaufempfehlung von JPMorgan: Die Vifor-Aktie biete das grösste Wachstumspotenzial unter den europäischen Spezialpharma-Unternehmen in Europa - und das auch, wenn Vifor nur das untere Ende der vom Management in Aussicht gestellten Wachstumsspanne erreiche, schreibt der JPMorgan-Analyst.

Auf der anderen Seite muss die Clariant-Aktie herbe Kursverluste hinnehmen. Die Titel tauchen um 6,9 Prozent, nachdem der Chemiekonzern ebenfalls Quartalszahlen vorgelegt hat. Diese zeigen zwar einen schwungvollen Start ins Geschäftsjahr 2018 mit einem deutlichen Wachstum von Umsatz und beim um Einmaleffekte bereinigten Betriebsgewinn. Dennoch zeigten sich die Analysten über die stagnierende Betriebsgewinnmarge enttäuscht,

Einen Kursknick musste Adecco mit einem Minus von 3,8 Prozent oder 2,54 Franken hinnehmen. Dieser ist hauptsächlich mit der Auszahlung der Dividende von 2,50 Fr. je Titel zu erklären. Clariant und Adecco gehören zu den grössten Verlierern an der Schweizer Börse am Mittwoch. Ebenfalls Einbussen erleiden auch die Zykliker wie ABB (-2,9 Prozent), Sika (-2,3%), Tornos (-4,7%) oder Sulzer (-4,2%). Bereits in New York waren Industrieaktien wie Caterpillar am Vortag eingebrochen.

Auch Kühne+Nagel kann den Schwung vom Vortag nicht halten, als die Aktie um 1,2 Prozent zugelegt hatte. Die Papiere notieren am Mittwoch um 1,2 Prozent tiefer. Der Broker Bernstein hat das Kursziel für Kühne + Nagel auf 155 von 158 Franken gesenkt, die Einstufung aber weiterhin auf "Market Perform" belassen.

Von den Börsenschwergewichten kommt keine Unterstützung. Novartis sinken um 0,6 Prozent, während der Lebensmittelriese Nestlé um 0,4 Prozent einbüsst. Roche geben 0,2 Prozent nach.

Im breiten Markt haben AMS (+0,3%) die Talfahrt gestoppt. Am Vortag war der Kurs wegen eines unerwarteten Verlusts im zweiten Quartal um 9 Prozent eingebrochen. Der Absturz vom Dienstag sei eine Überreaktion gewesen, sagen Händler.

jb/rw


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