Wdh: Presseschau vom Wochenende 14 (6./7. April)

08.04.2019 | 05:52

(Wiederholung vom Wochenende)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:

ALPIQ I: Die neuen Alpiq-Aktionäre wollen den Energiekonzern offenbar zurechtstutzen. Alpiq solle seine ausländischen Beteiligungen abstossen und sich nur noch auf den Betrieb von Wasserkraftanlagen konzentrieren. Das neue Aktionariat verfolge "eine Refokussierung von Alpiq auf das schweizerische Stromerzeugungsgeschäft", zitierte die "NZZ am Sonntag" aus einem Papier, das an interessierte Pensionskassen verschickt worden sei. Darin hiess es weiter, dass Alpiq langfristig zu einem reinen Eigentümer und Betreiber von Wasserkraftanlagen in der Schweiz werden soll. Die Verkaufsstrategie solle weiterverfolgt werden. Auf lange Sicht sollen alle Auslandaktivitäten abgestossen werden. Dazu gehören etwa die Kraftwerke in Italien, Spanien und Ungarn. Eingenommene Mittel sollen dazu verwendet werden, das Fremdkapital abzubauen. (NZZ am Sonntag, S. 37, siehe auch separate Meldung)

ALPIQ II: Der Verkauf und die Dekotierung von Alpiq stossen auf Kritik. In der "SonntagsZeitung" kritisierte der grösste Publikumsanteilseigner, der Finanzinvestor Martin Ebner, den Deal. Dieser nütze vor allem der EOS, wurde er von der Zeitung zitiert. Nun könnte es zum Streit kommen, wie die Publikumsaktionäre entschädigt werden sollen. Der inoffizielle Plan, sie gleich zu behandeln wie die EDF, komme für Ebner nicht in Frage, hiess es weiter. Er sehe einen Kurs von 140 Franken dem Wert entsprechend, die Aktionäre sollten daher in dieser Höhe entschädigt werden. Wegen der gestiegenen Strompreise dürfte Alpiq in den nächsten Jahren massiv mehr verdienen. (Sonntagszeitung, S. 41, siehe auch separate Alpiq-Meldung)

COMET: Im Streit um die Macht beim Röntgenspezialisten Comet erhält der aktivistische Aktionär Veraison Rückendeckung vom einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS. ISS unterstützt den von Veraison als Nachfolger von Comet-Präsident Hans Hess vorgeschlagenen Heinz Kundert. Das geht aus den Unterlagen von ISS hervor, über die am Sonntag die "SonntagsZeitung" berichtete und die auch der Nachrichtenagentur AWP vorliegt. Veraison habe überzeugend dargelegt, dass eine starke und erfahrene Führung nötig sei, um das Unternehmen durch die aktuellen Herausforderungen zu führen, begründete ISS. Kundert scheine für diese Position der passendere Kandidat zu sein. ISS empfiehlt auch, dem Antrag von Veraison für eine kürzere Frist zur Einreichung von Anträgen an der GV zuzustimmen. Ferner soll auch bei der konsultativen Abstimmung über den Vergütungsbericht ein Nein eingelegt werden. (SonntagsZeitung, S. 44, siehe auch separate Meldung)

PLANZER: - Planzer-Chef Nils Planzer hält Mobilität heute für zu günstig. "Die Lösung unserer Verkehrsprobleme kann nur eine Form des Mobility-Pricings sein", sagte er in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Heute erhebt Planzer etwa bei seinen Kunden einen Stauzuschlag. "Wenn die Geschäftskunden einen Transport in einer Zone mit dichten Verkehr buchen, wird dieser pro Sendung mit einem Stauzuschlag belastet", erklärte er. Planzer habe dadurch keine Kunden verloren und inzwischen hätten Konkurrenten sogar das Konzept kopiert. "Die Einsicht wächst, dass Mobilität heute zu günstig ist." Seit 2018 betreibt Planzer auch einen Paketlieferdienst für Geschäfts- und Privatkunden. "Wir zielen nicht auf den Massenmarkt wie die Post", sagte Planzer. Bis jetzt mache das Projekt keinen Gewinn. Es sei aber realistisch, innert fünf Jahren schwarze Zahlen zu erreichen. (NZZ am Sonntag, S. 33, siehe auch separate Meldung)

KREDITKARTENGEBÜHREN: Der Verband Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ) hat laut der Samstagsausgabe des "Tages-Anzeigers" bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Anzeige gegen Visa und Mastercard eingereicht. Die Gebühren von Visa und Mastercard würden sich immer mehr angleichen, habe eine Auswertung von Schweizer Händlern gezeigt. Der Schluss liege nahe, dass die beiden Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzten. Anlass dafür ist laut dem Bericht eine in diesen Tagen eingeführte Preiserhöhung von Visa. Schweizer Händler müssen demnach mehr bezahlen, wenn Kunden Karten aus dem EWR-Raum benützen. Zum Teil würden die Tarife verdoppelt. Die Händler fürchten nun weitere Gebührenerhöhungen. Dabei bliebe ihnen nichts anderes übrig, als die Gebühren über Preiserhöhungen an die Kunden weiterzureichen oder eine Schmälerung der eigenen Marge in Kauf zu nehmen. ("Tages-Anzeiger", S.9)

RAIFFEISEN: Obwohl bei Raiffeisen die Kredite an die Chefs laut dem Geschäftsbericht 2018 deutlich zurückgegangen sind, ist das Geld womöglich noch nicht zurückbezahlt. 2018 beliefen sich die Organkredite für alle Beteiligten zusammen auf 22 Millionen Franken, 2017 waren es noch 63 Millionen. Dass die Kredite von Ex-Chef Pierin Vincenz und den anderen zurückgetretenen Geschäftsleitungsmitgliedern nicht mehr in der Bilanz erschienen, müsse allerdings nicht heissen, dass das Geld zurückbezahlt sei, schreibt die "SonntagsZeitung". Insider sagten vielmehr, dass Vincenz nach wie vor Kredit bei Raiffeisen habe und bis heute die Zinsen bezahle. (SOZ, S. 41)

AKTIONARIAT: Globale Geldhäuser dominieren zunehmend das Aktionariat in den grossen Schweizer Unternehmen. Laut einer Auswertung der Beratungsfirma Ernst&Young gehören 61 Prozent der Anteile an den 30 grössten Unternehmen in der Schweiz ausländischen Unternehmens. 33 Prozent gehörten Investoren aus Nordamerika wie Blackrock, Vanguard und State Street; 24 Prozent europäischen Anlegern. Lediglich 39 Prozent der Aktien befinden sich noch in Schweizer Besitz. Alleine bei den zehn Top-Firmen würde sich der ausländische Besitz auf 300 Milliarden Franken summieren, womit jährlich Dividenden in zweistelliger Milliardenhöhe an diese Aktionäre fliessen würden, schreibt die "NZZ am Sonntag". Das habe auch Folgen für die Managerlöhne: Denn inländische Aktionäre seien überrissenen Boni gegenüber kritischer eingestellt. (NZZaS, S. 25 + 27)

MULTI-VERWALTUNGSRÄTE: Aktionärsvertreter kritisieren Doppelrollen von Managern, die zwei oder mehr Verwaltungsratspräsidien übernehmen. Beispiele dafür sind etwa Andreas Umbach, Remo Lütolf, Marco Gadola und Jens Alder. "Wir erachten es als problematisch, wenn jemand zu viele Mandate vereint, sagte Christophe Volonté von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Inrate der SonntagsZeitung". Auch die Ethos-Stiftung sieht zu viele Mandate nicht gerne. Laut ihren Richtlinien zur Ausübung von Aktionärsstimmrechten soll eine Person ohne Führungsaufgabe in einem börsenkotierten Unternehmen höchstens fünf Verwaltungsratsmandate übernehmen, wobei die Funktion des Präsidiums doppelt gezählt werden. (SOZ, S. 39)

REISEVERANSTALTER: DER Touristik Suisse mit Marken wie Kuoni und Helvetic Tours leidet derzeit an einem Buchungsstau. Diesen könne man sich nicht ganz erklären, sagte Firmenchef Dieter Zümpel der "SonntagsZeitung". Auch TUI und Hotelplan Schweiz sprechen von einem "verhaltenen Geschäftsgang." Der Schweizer Reise-Verband schätzt, dass die Umsätze dem Vorjahr zwischen 7 und 10 Prozent hinterherhinken. Die Branche befürchtet einen "Greta-Effekt" - also dass die Schweizer im Zuge der aktuellen Klimadebatte weniger reisen wolle. Bei Bahnreisebuchungen nehmen die Buchungen nämlich tendenziell zu. (SOZ, S. 5)

NESTLÉ: Nestlé hat am Dienstag die Lancierung eines veganen Burgers in Europa und den USA angekündigt. Doch in der Schweiz wird das pflanzliche Hacktätschli vorerst nicht lanciert, wie die "SonntagsZeitung" mit Verweis auf einen Sprecher schreibt. Sowohl bei Migros als auch Coop habe es der Burger nicht in die Regale geschafft, heisst es weiter. Während die Migros laut einem Sprecher an eigenen veganen Burger-Produkten arbeitet, konnte der Nestlé-Burger bei Coop offenbar beim Geschmack nicht ganz überzeugen. (SOZ, S. 40)

MEYER BURGER: Bei Meyer Burger macht der Aktionär Sentis Capital weiter Druck. Dieser hatte bereits zur Erneuerung im Verwaltungsrat beigetragen. Nun knöpft er sich offenbar die Vergütungspolitik bei Meyer Burger vor. In einem Brief an den Verwaltungsrat fordert Sentis diesen auf, die Politik zu ändern. 2017 macht die Vergütung über einen Drittel des Betriebsgewinns aus. In diesem Jahr soll es etwas besser werden. Laut Sentis habe jedoch der Verwaltungsrat in einem Telefongespräch gar eine Erhöhung der Fixlöhne vorgeschlagen - dies, weil die Erreichung der Bonusziele unwahrscheinlich sei. Meyer Burger war für eine Stellungnahme für die "Sonntagszeitung" nicht erreichbar. (SOZ, S. 46)

tt/


Bitte warten...
Der Kursdaten-Push wurde aufgrund einer Zeitüberschreitung deaktiviert. Bitte klicken Sie auf "Seite aktualisieren", um fortzufahren.