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SNB interveniert wohl weiterhin am Devisenmarkt

30.03.2020 | 12:22

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank dürfte in der vergangenen Woche erneut gegen eine Frankenaufwertung am Devisenmarkt interveniert haben. Darauf deuten die stark angestiegenen Sichtguthaben bei der SNB hin. Allerdings haben wohl auch weitere Faktoren wie die Corona-Notkredite den Anstieg beeinflusst.

Die Einlagen der Banken und des Bundes stiegen innert Wochenfrist um rund 11,7 Milliarden auf 620,5 Milliarden Franken, wie einer Mitteilung der SNB vom Montag zu entnehmen ist. In der Vorwoche hatten die SNB-Sichtguthaben noch um 5,8 Milliarden Franken zugelegt. Seit Mitte Februar sind sie damit um rund 30 Milliarden angewachsen.

Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus und der damit zusammenhängenden Abschwächung der Konjunktur hat der Aufwertungsdruck auf den Franken zugenommen. Die SNB hatte Mitte März anlässlich ihrer vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung bekräftigt, verstärkt am Devisenmarkt eingreifen zu wollen.

___ Refinanzierung der Covid-19-Kredite

Er gehe davon aus, dass die SNB auch in der vergangenen Woche weiter mit Devisenkäufen gegen eine Aufwertung des Frankens interveniert habe, sagt Credit-Suisse-Ökonom Maxime Botteron. Allerdings spielten auch weitere Faktoren eine gewichtige Rolle.

So dürften zum Anstieg der Sichtguthaben wohl auch die seit dem Donnerstag zur Verfügung stehenden Covid-19-Kredite für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beigetragen haben. Die Banken können sich für die Vergabe der Kredite bei der SNB refinanzieren.

___ Saron halten

Des weiteren könnte die SNB dem Geldmarkt weitere Liquidität zugeführt haben, da der Kurzfrist-Zinssatz Saron in der letzten Zeit angestiegen sei. Die Notenbank will den Saron möglichst nahe am Leitzins von -0,75 Prozent halten.

Der Grund für den Anstieg des Saron liegt laut Botteron wohl in der weiteren Anhebung der SNB-Freigrenze für Banken. Dieser führe dazu, dass weniger Banken Gelder zu Negativzinsen aufnehmen können.

tp/hr/ra



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