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Ausblick Swisscom: 9M-Umsatz von 8,37 Milliarden Franken erwartet

27.10.2021 | 14:35

Ittigen (awp) - Die Telekommunikationsanbieterin Swisscom publiziert am Donnerstag, 28. Oktober, die Neunmonatszahlen 2021. Insgesamt haben fünf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

9M 2021E
(in Mio Fr.)    AWP-Konsens     Schätzungen

Nettoumsatz         8369           8201         
EBITDA              3442           3356         
Reingewinn          1435           1166         

FOKUS: Nach dem von Sonderfaktoren getriebenem Gewinnsprung im ersten Halbjahr dürfte es mit dem Gewinn im dritten Quartal wieder nach unten gehen. Analysten erwarten dennoch ein solides Quartal. Sie rechnen mit mehr Umsatz, aber mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses und des Reingewinns. Während das Schweizer Geschäft stabil geblieben sein dürfte, wird die italienische Breitbandtochter Fastweb gewachsen sein. Die Swisscom dürfte hierzulande mehr Geräte verkauft haben. Auch das Roaming-Geschäft dürfte angezogen haben. Dagegen ging der Preiskampf weiter, auch wenn Sunrise UPC weniger aggressiv aufgetreten ist als auch schon. Die rekordhohe EBITDA-Marge aus dem Vorjahresquartal dürfte sich nicht wiederholen, schätzt der ZKB-Analyst.

Analysten rechnen grösstenteils mit einer Bestätigung der bisherigen Jahresziele und einer unveränderten Dividende von 22 Franken je Aktie. Zudem erwarten sich die Experten Informationen der Swisscom-Spitze über das weitere Vorgehen im Rechtsstreit um den Glasfaserausbau (s. Pro Memoria).

ZIELE: Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August hat die Swisscom die operativen Gewinnziele für das Gesamtjahr 2021 erneut leicht höher gesteckt, die sie erst Ende April nach oben geschraubt hatte. Neu erwartet der Konzern einen EBITDA von 4,4 bis 4,5 Milliarden Franken. Bisher hatte das Management 4,3 bis 4,4 Milliarden Franken angepeilt. Die übrigen Ziele blieben unverändert. Insgesamt rechnet der Konzern mit einem Umsatz von rund 11,3 Milliarden Franken. Die Dividende bleibt bei 22 Franken, wenn die Ziele erreicht werden.

PRO MEMORIA: Die Swisscom muss den Ausbau ihres Glasfasernetzes mit dem Einfasermodell vorerst stoppen. Das Bundesverwaltungsgericht hat Anfang Oktober die von der Wettbewerbskommission Weko angeordneten vorsorglichen Massnahmen bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die Strategie der Swisscom zum Ausbau des Glasfasernetzes mit dem Einfasermodell von der Telefonzentrale bis zum Strassenschacht ein missbräuchliches Verhalten eines marktbeherrschenden Unternehmens darstellt. Bislang wurden Glasfasernetze in der Schweiz nach dem Vierfasermodell gebaut. Das ist naturgemäss wesentlich teurer, als nur eine Zuleitung zu legen. Geklagt vor der Weko hatte der Winterthurer Telekomanbieter Init7. Die Swisscom wies die Vorwürfe zurück.

Ausserdem hat die Wettbewerbskommission Anfang gegen die Swisscom und deren Tochter Directories eine Untersuchung eröffnet wegen eines möglichen Verstosses gegen das Kartellgesetz. Es gebe Anhaltspunkte, dass Directories mit der Einführung der Swiss-List-Produkte Wettbewerber behindere und Endkunden benachteilige, schrieb die Weko. Im Rahmen der Untersuchung werde nun geprüft, ob Swisscom Directories tatsächlich eine marktbeherrschende Stellung innehabe und sich im Sinne des Kartellgesetzes missbräuchlich verhalten habe. Die Untersuchung dürfte rund zwei Jahren dauern.

Der 5G-Ausbau stockt weiter. Bis auf weiteres soll eine kantonale Genehmigung zum Ausbau von bestehenden Mobilfunkantennen für die 5G-Technologie angefochten werden können. Die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) empfiehlt den Kantonen, das sogenannte Bagatellverfahren vorläufig auszusetzen. Bisher genehmigten die Kantone die Anpassung von konventionellen Mobilfunkanlagen an die 5G-Technologie ohne Baubewilligungsverfahren in einem sogenannten Bagatellverfahren. Damit konnte der Entscheid nicht angefochten werden. Bei neuen Anlagen oder "wesentlichen Änderungen" war immer schon ein ordentliches Bauverfahren nötig.

Mitte Oktober geriet die Swisscom in die Schlagzeilen, weil sie ab kommendem Frühjahr testweise 45 Callcenter-Arbeitsplätze in den Kosovo auslagern will. Gemäss einem Konzernsprecher sind von der Verlagerung keine eigenen Mitarbeitenden betroffen, sondern Angestellte eines langjährigen Outsourcing-Partners in der Schweiz. Trotzdem stösst dieser Entscheid bei Parlamentariern auf Kritik.

AKTIENKURS: Die Swisscom-Aktie hat in den vergangenen drei Monaten eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Anfang August erreichte der Kurs ein neues Jahreshöchst von 562,40 Franken, bevor es dann bergab ging. Danach erholte sich die Aktie wieder und kostet gegenwärtig 547 Franken. Damit hat sie sich im Jahresverlauf mit einem Plus von 14 Prozent etwas besser entwickelt als der Gesamtmarkt SMI, der um rund 13 Prozent stieg.

an/jb


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