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Büromarkt boomt in Innenstädten und serbelt in der Agglomeration

03.12.2019 | 10:56

Zürich (awp) - Büroflächen in Schweizer Grossstädten sind zu einem raren und teuren Gut geworden. Ausserhalb der Ballungszentren drückt dagegen ein Überangebot auf die Mieten. Diese Entwicklung dürfte sich künftig akzentuieren.

Der Schweizer Büromarkt zeigt gegenwärtig zwei Gesichter, so lautet das Fazit der am Dienstag von der Credit Suisse veröffentlichten Studie "Büroflächenmarkt Schweiz 2020". Denn während in den Innenstädten Büroflächen bereits knapp werden und die Mietpreise steigen, prägt ein hohes Angebot und eine schwierige Vermarktung die äusseren Märkte.

Unternehmen würden verstärkt Büroflächen an guten Lagen mieten, da sie im Wettbewerb um Fachkräfte gefordert sind, ihren Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, begründen die Studienautoren die unterschiedliche Entwicklung zwischen Innenstadt und Peripherie.

___ Angebot in Zürich halbiert

In allen Grosszentren, mit Ausnahme von Genf, das nach wie vor unter dem Strukturwandel des Bankensektors leidet, sind die angebotenen Flächen in der Innenstadt rückläufig. In Zürich, wo die Erholung des Büromarktes am weitesten fortgeschritten ist, "müssen sich die Mieter in der Innenstadt bereits beeilen, wenn sie noch Flächen an guten Lagen anmieten wollen", heisst es weiter.

Im Zentrum der Zwinglistadt hat sich das Flächenangebot seit 2017 halbiert. Dort sind auch die Leerstände auf ein Niveau gesunken, das letztmals vor 17 Jahren zu beobachten war.

Die Genesung der Büromärkte in den Zentren spiegelt sich in den Mietpreisen. Diese legten mit Ausnahme der beiden grossen Westschweizer Märkte Lausanne und Genf in allen Zentren zu. Am stärksten sind die Büromieten innert Jahresfrist (per 2. Quartal 2019) mit 4,3 Prozent in der Stadt Zürich gestiegen. Die Regionen Basel (+3,7%) und Bern (+2,9%) verzeichneten nach einer längeren Seitwärtsbewegung ebenfalls wieder Mietpreisanstiege.

Die Erholung hat jedoch nicht den gesamten Büromarkt erfasst. Ausserhalb der Innenstädte herrscht meist ein anderer Zustand. Dort präsentiert sich die Nachfrage sehr flau, weshalb die Absorption von neuen Flächen stockt. Früher oder später zwinge dies die Eigentümer zu Preissenkungen, so die Credit Suisse weiter.

___ Sinkendes Investitionsvolumen stützt

"Aufgrund der in Gang befindlichen Konjunkturabkühlung droht die Erholung der Büromärkte nicht bis in deren Ränder vordringen zu können", vermuten die Ökonomen der Credit Suisse.

Zwar rechnen diese für das Jahr 2020 wiederum mit einer positiven Zusatznachfrage nach Büroflächen. Diese dürfte sich aber nur noch auf rund 253'000 Quadratmeter belaufen, was deutlich weniger ist als die 551'000 Quadratmeter im Jahr 2018. Damit dürfte sich das bestehende Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie der Büromärkte inskünftig weiter akzentuieren.

Mittelfristig rechnen die CS-Ökonomen aber mit einer Fortsetzung der Erholung auf dem Büromarkt. Denn das in den letzten 12 Monaten bewilligte Investitionsvolumen in Büroflächen ist den Angaben der CS zufolge auf den tiefsten Stand seit 19 Jahren gesunken.

Es liegt schweizweit um knapp 22 Prozent unter dem langfristigen Mittelwert, in den Grosszentren sogar knapp 41 Prozent darunter. "Mittelfristig dürfte damit eine schwächere Flächenproduktion eine Fortsetzung der Erholung auf dem Büromarkt gewährleisten", so die Experten weiter.

sig/rw



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