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Devisen: Euro zu Dollar steigt nach US-Zinsentscheid auf Hoch seit November

11.12.2019 | 21:34

NEW YORK (awp international) - Der Eurokurs ist nach den geldpolitischen Aussagen der US-Notenbank (Fed) auf den höchsten Stand seit Anfang November geklettert. Angetrieben von der Hoffnung auf eine auch in Zukunft eher lockere Gangart der Währungshüter stieg die Gemeinschaftswährung auf zuletzt 1,113 US-Dollar.

Gegenüber dem Franken zog der Euro auf 1,0941 Franken an, nach 1,0917 Franken am Mittag. Der US-Dollar schwächte sich auch zum Franken auf 0,9823 Franken deutlich ab, von 0,9861 Franken am Nachmittag.

Die US-Notenbank Fed hatte ihren Leitzins wie erwartet nicht verändert. Das Zielband für den Leitzins "Fed Funds Rate" bleibt in einer Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent. Zuvor hatte die Notenbank in diesem Jahr den Leitzins drei Mal in Folge um jeweils 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Analysten hatten einhellig mit dieser Entscheidung gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte die Fed noch vier Mal die Zinsen angehoben.

Die Fed signalisiert zudem für die nähere Zukunft unveränderte Zinsen. Shaun Osborne, Devisenstratege bei der Scotiabank, interpretierte dies als eine eher vorsichtige und abwartende Haltung der Währungshüter, die den Dollar schwäche und den Euro im Gegenzug stärke. Dazu passt auch die Aussage des Notenbankchefs Jerome Powell, dass eine Zinserhöhung erst nach einem "signifikanten" und anhaltenden Inflationsanstieg notwendig sei.

Im Blick der Finanzmärkte stand zudem einen Tag vor der Parlamentswahl das britische Pfund. Die Währung erholte sich im Tagesverlauf von deutlichen Verlusten aus der Nacht. Eine neue Umfrage durch das Forschungsinstitut YouGov, die auf einen geringeren Vorsprung der konservativen Partei von Premier Boris Johnson hindeutet, hatte das Pfund belastet. Selbst ein Parlament ohne klare Mehrheiten ist laut der Umfrage denkbar.

Sollten die Tories keine klare Mehrheit erreichen, wäre dies laut Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen für das Pfund ein besonders harter Schlag: "Denn das Pfund müsste dann nicht nur seine Gewinne der letzten Wochen abgeben, sondern auch das Brexit-Leid der letzten Jahre würde sich auf unbestimmte Zeit fortsetzen."

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