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Ökonomen rechnen 2019 mit BIP-Wachstum von 1,3 Prozent

18.06.2019 | 13:10

Zürich (awp) - Nach dem starken Jahresstart der Schweizer Wirtschaft, haben die Ökonomen hierzulande ihre Prognosen fürs Gesamtjahr leicht angehoben. Das starke Exportwachstum aus dem ersten Quartal dürfte sich abschwächen, der Privatkonsum stützen.

Viermal jährlich befragt die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich um die 20 Ökonomen dazu, wie sie die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz einschätzen. In dem am Dienstag publizierten KOF-Konsensus Juni rechnen die Experten neu für 2019 mit einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,3 Prozent.

Damit sind die Konjunkturexperten optimistischer gestimmt als noch im März. Damals ergab sich im KOF-Konsensus ein Plus des realen, um Preisveränderungen bereinigten BIP von 1,2 Prozent. Für das Jahr 2020 gehen die Ökonomen derweil nach wie vor von einer leichten konjunkturellen Beschleunigung und einem Wachstum von 1,5 Prozent aus.

___ Starkes Startquartal

Die leichte Korrektur fürs laufende Jahr überrascht kaum, denn einige Institute haben ihre Konjunkturprognose bereits in den vergangenen Wochen aufgefrischt. Dies nachdem das BIP im ersten Quartal deutlich schneller gewachsen war als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag das BIP-Wachstum im Startquartal den Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zufolge bei 1,7 Prozent.

Einen einschneidenden Schnitt vollzog das KOF selber: Letzte Woche schraubten die Zürcher Ökonomen ihre BIP-Vorgabe für 2019 gegenüber ihrer ebenfalls im März aufgestellten Frühjahresprognose um 0,6 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent in die Höhe. Nicht ganz so stark bewegten sich das Seco und BAK Economics vom Fleck. Beide revidierten ihre Erwartungen jeweils um 0,1 Punkte auf neu 1,2 Prozent hoch.

Bei der Credit Suisse geht man derweil unverändert von einem BIP-Wachstum in Höhe von 1,5 Prozent aus, wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Monitor Schweiz hiess. Dabei sei mit einem weiterhin soliden Privatkonsum zu rechnen, während sich die Industrie nach dem guten Jahresstart auf eine Abschwächung der Nachfrage einstellen müsse.

___ Erwartungen an Exporte revidiert

Im ersten Quartal hatte das verarbeitende Gewerbe von einer guten internationalen Nachfrage nach Schweizer Produkten profitiert. Verglichen mit dem Vorjahr kletterten die Warenexporte (ohne Wertsachen) um 3,5 Prozent in die Höhe.

Dies veranlasste die Ökonomen dazu, ihre Exportschätzungen kräftig anzuheben. Im KOF-Konsensus gehen sie nun von einer Zunahme der Exporte (ohne nicht-monetäres Gold und Wertsachen) im laufenden Jahr von 2,6 Prozent aus. Das entspricht gegenüber der März-Umfrage einer Erhöhung um 0,5 Prozentpunkten.

Die Credit Suisse geht in ihrem Szenario von einem Exportwachstum von 2,5 Prozent, also ebenfalls einer Abschwächung im Jahresverlauf, aus. Und weil eine verhaltene Exportnachfrage in der Regel mit einer flauen Investitionsneigung einhergehe, seien auch vonseiten der Ausrüstungsinvestitionen keine zusätzlichen Wachstumsimpulse zu erwarten.

___ Privater Konsum stützt

Weiterhin gut präsentiert sich laut CS die Ausgangslage für den privaten Konsum, der von der guten Arbeitsmarktlage und einer leicht stärkeren Zuwanderung gestützt wird. Das Konsumwachstum werde aber den nachlassenden Schwung der Exportwirtschaft nicht kompensieren können, fügten die CS-Ökonomen an.

Die Arbeitslosenquote sehen sie leicht von 2,4 Prozent im aktuellen Jahr auf 2,5 Prozent im 2020 steigen. Im KOF-Konsensus wird 2019 und 2020 mit leicht höheren Arbeitslosenquoten von 2,5 und 2,6 Prozent gerechnet.

Langfristig für die kommenden fünf Jahre sollte die Wirtschaftsleistung in der Schweiz gemäss dem KOF-Konsensus im Durchschnitt um jährlich 1,6 Prozent anziehen. Die Arbeitslosenquote dürfte dabei auf 3,0 Prozent zunehmen.

mk/kw



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