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Aktien Schweiz: Etwas stärker im Minus - China-Zahlen belasten

15.09.2021 | 11:36

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist im Verlauf des Mittwochvormittags noch etwas stärker in den roten Bereich gerutscht. Der Hauptgrund für die Abgaben sind die neusten Konjunkturdaten aus China, welche Wachstumssorgen auslösten. Im August litt vor allem der Detailhandel unter den in einigen Regionen des Landes strikten Massnahmen, um die Delta-Variante des Coronavirus in den Griff zu bekommen. Aber auch die Industrieproduktion und die Sachinvestitionen enttäuschten wie schon im Vormonat.

Eine Belastung sind zudem die US-Inflationszahlen vom Vortag, die nur auf den ersten Blick positiv aussahen und zudem keine klare Tendenz für die anstehende US-Notenbanksitzung gaben. Angesichts der Unsicherheit würden nun viele Investoren Vorsicht walten lassen oder sogar Gewinne realisieren, heisst es am Markt. Diese Phase könnte bis am nächsten Mittwoch andauern, wenn das Fed seine Entscheide bekanntgibt. Im Tagesverlauf stehen noch einige Konjunkturdaten auf dem Programm, allerdings eher aus der zweiten Reihe. So werden etwa aus den USA Produktionsdaten aus der Industrie und ein Stimmungsindikator erwartet.

Der SMI gibt um 11.00 Uhr um 0,41 Prozent auf 12'047,84 Punkte nach. Seine bisherige Handelsspanne liegt bei nur gut 50 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsst 0,31 Prozent auf 1981,06 und der umfassende SPI 0,32 Prozent auf 15'587,57 Punkte ein. Zwei Drittel der 30 SLI-Werte sind im Minus.

Die deutlichsten Abgaben bei den Blue Chips erleiden Richemont (-2,4%), und auch Swatch (-1,7%) haben sich bei den grössten Verlierern eingereiht. Die aktuellen Makrozahlen aus China, das für beide Luxusgüterhersteller ein Schlüsselmarkt ist, bereiteten Sorgen, heisst es am Markt. Schon am Vortag hatten die beiden Papiere zu den grössten Verlierern gezählt.

Unter Druck sind im Einklang mit der gesamteuropäischen Entwicklung aber auch Technologieaktien. So geben Temenos um 2,3 Prozent nach und AMS um 1,6 Prozent. Auch hier dürften "China-Ängste" eine Rolle spielen.

Daneben verlieren die Credit-Suisse-Papiere nach einer Kurszielsenkung durch Goldman Sachs stark (-1,7%). Der zuständige Analyst reduzierte wegen Archegos seine Gewinnschätzungen für das laufende Jahr massiv. Auf der anderen Seite profitieren UBS (+0,9%) von einer Kurszielerhöhung durch das gleiche Institut.

Überdurchschnittlich unter Druck sind auch Adecco (-0,8%), nachdem die Gesellschaft am Morgen über die Details zur Finanzierung der Akka-Übernahme informiert hat. Seit der Ankündigung der Übernahme, welche die grösste der Firmengeschichte ist, ist der Adecco-Kurs nun um insgesamt rund ein Viertel getaucht.

Keine Unterstützung geben die drei Schwergewichte. Roche (-0,6%) geben einen schönen Teil der Vortagesgewinne nach positiv aufgenommenen News vom Investorentag wieder ab. Novartis (-0,4%) und Nestlé (-0,2%) verlieren ebenfalls. Nestlé können somit nicht von einer Kurszielerhöhung und einer bestätigten Buy-Empfehlung von Goldman Sachs profitieren.

Die deutlichsten Gewinne verbuchen auf der anderen Seite Kühne+Nagel (+1,4%) und Straumann (+1,2%). Diese beiden Titel hatten schon am Vortag zugelegt und sind generell die Überflieger im laufenden Jahr. Mit Gewinnen von über 70 Prozent führen sie die SLI-Rangliste 2021 mit klarem Vorsprung an.

Gut halten sich dahinter erneut Sonova (+0,9%), die damit ein neuerliches Rekordhoch setzten. Und das Ende der Fahnenstange ist laut Händlern noch nicht erreicht. Denn Analysten äussern sich durchweg positiv zum Investorentag vom Vortag. Und auch die Charttechnik spreche für einen weiteren Anstieg.

Am breiten Markt fallen Dufry (-3,0%) negativ auf, was ebenfalls mit den China-Daten erklärt wird.

Auch Cembra (-1,0%) sind erneut bei den Verlierern anzutreffen. Die Migros-Kündigung habe bei vielen Investoren grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell geweckt, meinen Händler.

Obseva können derweil um 3,5 Prozent zulegen, nachdem das Biotechunternehmen über Fortschritte bei Zulassungsanträgen berichtete.

rw/ys


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