News

Richemont weist dank Bewertungseffekten hohen Gewinn aus

09.11.2018 | 07:29

Genf (awp) - Der Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Für das Wachstum waren in erster Linie die vollständige Übernahme des Online-Händlers Yoox Net-a-Porter sowie der Kauf der britischen Uhrenplattform Watchfinder ausschlaggebend. Der Reingewinn wurde aber von einem Sondereffekt begünstigt.

Der Umsatz nahm in den Monaten April bis September um 21 Prozent auf 6,81 Milliarden Euro zu, nachdem bereits für die ersten fünf Monate ein Plus von 22 Prozent ausgewiesen worden war. Ohne Zukäufe, also um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigt, legte der Umsatz der Richemont-Gruppe um 8 Prozent zu, wie es in der Mitteilung vom Freitag hiess.

Speziell ist der Ausweis des Reingewinns: Da erzielte Richemont einen Wert von 2,25 Milliarden Euro nach knapp einer Milliarde im Vorjahr. Allerdings sei das Ergebnis von einem Bewertungsgewinn auf den Yoox-Aktien in Höhe von 1,38 Milliarden begünstigt worden, hiess es.

Im Mai hatte Richemont die italienische Yoox Net-a-Porter, die ihr zuvor zur Hälfte gehört hatte, ganz einverleibt. Und Anfang Juni kaufte man Watchfinder.

___ Betriebsgewinn unter Druck

Besser ablesen lässt sich die Geschäftsentwicklung anhand des Betriebsgewinns. Dieser ging im Halbjahr leicht um 3 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro zurück. Im Zuge der Zu- und Verkäufe in der Berichtsperiode sei eine Belastung in Höhe von 159 Millionen entstanden, hielt das Unternehmen fest. Die Genfer trennten sich im Juni von der seit Jahren defizitären Lederwarenmarke Lancel.

Die operative Marge ging um deutliche 4,1 Prozentpunkte auf 16,6 Prozent zurück. Teilweise hat es damit zu tun, dass die übernommenen Online-Verkäufer tiefere Margen als Uhrenmarken wie IWC, Piaget oder Jaeger-LeCoultre und vor allem als die Schmuckhäuser Cartier und Van Cleef & Arpels erwirtschaften. Um den Einfluss der Übernahmen bereinigt, hätte sich die Marge laut Richemont auf 21,1 Prozent verbessert.

Mit Kennzahlen wurden die Vorgaben der Analysten verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz in Höhe von 6,86 Milliarden Euro und einem EBIT von 1,32 Milliarden gerechnet. Die Prognosen für die EBIT-Marge lag bei 19,2 Prozent.

___ Rückläufige Barmittel

Weiter verfügt Richemont nach den Übernahmen per Ende September noch über Barmittel im Umfang von 1,6 Milliarden Euro. Die Netto-Cash-Position hatte sich Ende März noch auf 5,3 Milliarden belaufen. Alleine für die Yoox-Übernahme warf Richemont insgesamt rund 2,6 Milliarden auf.

Verwaltungsratspräsident Johan Rupert hält sich in der Mitteilung - wie üblich - mit Aussagen zum Ausblick zurück.

mk/ra



Bitte warten...
Der Kursdaten-Push wurde aufgrund einer Zeitüberschreitung deaktiviert. Bitte klicken Sie auf "Seite aktualisieren", um fortzufahren.