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Streaming beschert Schweizer Musiklabels erneut höhere Erträge

15.03.2019 | 17:33

Zürich (awp) - Der Schweizer Musikmarkt hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz erzielt. Nach einem absoluten Tiefpunkt im Jahr 2015 wuchs die Branche das dritte Jahr in Folge. Zu verdanken hat sie dies dem Musikhören im Internet.

In Zahlen gemessen spülte das Streaming den Musiklabels im letzten Jahr 97,8 Millionen Franken (+36%) in die Kasse, wie aus den am Freitag publizierten Zahlen des Verbands der Schweizer Musiklabels (IFPI Schweiz) hervorgeht.

Das sind bereits 58 Prozent der gesamten Einnahmen und mehr als doppelt so viel wie aus dem Verkauf von physischen Tonträgern wie CDs und LPs. Deren Verkäufe sanken um 22 Prozent auf 40 Millionen Franken. Sie trugen noch 24 Prozent zum Gesamtmarkt bei. "Dennoch bleibt die CD auf absehbare Zeit für den Musikmarkt wichtig", schreibt der Branchenverband. Die Erlöse aus dem dritten Segment - den Downloads - schrumpften um 23 Prozent auf 31,1 Millionen Franken.

Weil der Musikkonsum im Internet aber dermassen beliebt geworden ist, konnten die Umsätze daraus bereits zum dritten Mal in Folge die rückläufigen Erträge aus den beiden anderen Segmenten mehr als wettmachen. Die Schweizer Musikbranche wuchs in der Summe somit wieder, und zwar um 3,7 Prozent auf 170 Millionen Franken.

IFPI bemisst mit der Veröffentlichung der Marktzahlen 2018 den Umsatz neu anhand von Daten des Einzelhandels, schreibt der Verband. Sie seien somit genauer. Frühere Veröffentlichungen basierten auf den Daten der Musiklabels, die dem Verband angehören.

Früher mehr als 370 Millionen Franken

Die Zahlen bestätigen die im Jahr 2016 eingesetzte Trendwende, als die Branche erstmals die Talfahrt seit 2000 stoppte. Dennoch bleiben die Erlöse meilenweit hinter den Erträgen zurück, die der Markt vor dem digitalen Wandel einkassierte.

Im Jahr 2000 etwa hatten die Schweizer Musiklabels noch mehr als 370 Millionen Franken umgesetzt. Im Jahr 2010 waren es nur noch gut 210 Millionen. Grund dafür waren Downloads. 2001 hatte Apple den iPod lanciert, zwei Jahre später startete der iTunes Music Store des US-Konzerns. Das Herunterladen von Songs setzte den Verkäufen von CDs, DVDs, Platten, VHS-Kassetten und Singles massiv zu.

Doch das neue Zugpferd ist das Streaming, das seit 2012 erfasst wird. Musik online zu hören über eine Streaming-App wie Spotify oder Apple Music ist derart beliebt geworden, dass sie wiederum das Herunterladen von Songs verdrängt.

"Innerhalb weniger Jahre hat sich das Musikstreaming atemberaubend schnell zum weitaus umsatzstärksten Segment entwickelt. Streaming etabliert sich damit als dominierender Vertriebskanal für Musik", kommentiert IFPI Schweiz-Geschäftsführer Lorenz Haas die Zahlen.

Und für Verbandspräsident Ivo Sacchi wird sich das Wachstum beim Streaming auch in den nächsten Jahren fortsetzen. "Das Potential in der Schweiz ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft", erklärt dieser.

ra/ys


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