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Aktien Schweiz: SMI knüpft an Vortagesgewinne an - Handelsstreit weiter im Fokus

16.05.2019 | 11:30

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt knüpft am Donnerstag mit gedrosseltem Tempo an seine Vortagesgewinne an. Händler sprechen allerdings von einem impulsarmen Handel: Unter anderem werfe der kleine Eurex-Verfall am morgigen Freitag schon seine Schatten voraus. Auch die Nachrichtenlage sei eher durchwachsen, heisst es von Händlern.

Einerseits habe US-Präsident Donald Trump mit dem nationalen Notstand in der Telekommunikation den Handelskonflikt mit China weiter angeheizt. Er räumt damit der US-Regierung per Dekret umfassende Möglichkeiten ein, gegen ausländische Telekom-Unternehmen vorzugehen. Dies wird von Beobachtern als Schritt gegen China und das dort angesiedelte Unternehmen Huawei interpretiert. Aber auch die Entwicklung in Italien wird als beunruhigend beschrieben. Experten sprechen von einer desolaten Lage der italienischen Staatsfinanzen, die über kurz oder lang zu einer grösseren Konfrontation mit der EU führen könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.00 Uhr 0,35 Prozent höher bei 9'513,80 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) notiert bei 1'476,50 Zählern um 0,34 Prozent im Plus, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,37 Prozent auf 11'512,60 Punkte hinzu. Von den 30 Top-Werten gewinnen 22 hinzu, sechs verlieren und Sika und Richemont sind unverändert.

Zu den grössten Gewinnern zählen am Vormittag die Aktien von Schindler, Partners Group und Logitech, die zwischen 0,8 und 1,5 Prozent steigen. Beim Lift- und Rolltreppenspezialisten Schindler verweisen Händler auf Berichte über ein Interesse des Rivalen Kone am Aufzugsgeschäft von ThyssenKrupp. Das wecke einerseits Fantasien für Konsolidierung innerhalb der Branche, andererseits entstünde durch den Zusammenschluss ein mächtiger Konkurrent.

Daneben greifen Investoren aber auch bei einer Vielzahl der eher als defensiv eingestuften Werte zu. Dazu gehören etwa die Aktien der Swiss Life oder der Swiss Re (je +0,6%), aber auch der Swisscom (+0,5%). Laut Händlern werden sie in dem aktuell eher unsicheren geopolitischen Umfeld nicht zuletzt wegen ihrer stabilen Dividendenrenditen gesucht.

In das defensive Feld passen auch die Anteilsscheine der Pharmaschwergewichte Roche (+0,5%), die nach verschiedenen Pipeline-Nachrichten gesucht sind und Novartis, die um 0,4 Prozent steigen. Hier hat die UBS ihre Schätzungen für die Genersatztherapie Zolgensma nach oben angepasst.

Mit Alcon (+0,4%) hält sich auch die ehemalige Novartis-Sparte nach Quartalszahlen gut. Analysten sprechen zwar von Licht und Schatten in dem Zahlenkranz, unter dem Strich überwiegen aber die positiven Aspekte. Vor allem der Bereich für Augenchirurgie übertraf die Erwartungen.

Nach einem etwas leichteren Start vollzog mittlerweile auch das dritte Schwergewicht, Nestlé, mit +0,3 Prozent eine Kehrtwende in die Gewinnzone. Der Konzern will seine Hautpflegesparte für rund 10 Milliarden Franken an ein Konsortium verkaufen. Laut Morgan Stanley wäre das mehr als bislang erwartet wurde.

Auf der Verliererseite trennen sich Investoren vor allem von den Aktien der Credit Suisse (-0,8%) und von Julius Bär (-0,3%). Händler verweisen auf den anhaltenden Abwärtstrend der Anleihen-Renditen. Diese machten den Bankaktien zu schaffen. Dass sich die UBS (+0,8%) diesem Trend entzieht, führen Börsianer vor allem darauf zurück, dass sich die Anteile der Nummer Eins der Schweiz bisher deutlich schlechter entwickelte haben als die der Mitbewerber.

Im breiten Markt fallen derweil die Titel von Sunrise (+3,2%) nach Zahlen positiv auf. Der Telekomkonzern hat im ersten Quartal zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient. Als solide bezeichnen etwa die Experten von JPMorgan den Zahlenausweis.

Noch stärker fällt die Bewegung bei Meyer Burger (+4,7%) aus. Händler sprechen von einer Erholung, nachdem der Grosskunde REC Group offenbar ein neues Solarmodul auf HJT-Maschinen des Solarzulieferers produziert.

hr/ys


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