News

SIX-Chef rührt Werbetrommel für Rahmenabkommen mit der EU

24.05.2019 | 17:14

(Ausführliche Fassung)

Zürich (awp) - Nach Ansicht von Jos Dijsselhof, dem Chef der Börsenbetreiberin SIX, sollte die Schweiz das Rahmenabkommen mit der EU bald unterschreiben. "Es macht immer weniger Sinn, mehr als 120 Verträge mit einer Gemeinschaft von 28 Ländern einzeln zu bewirtschaften", sagte Dijsselhof in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (Samstagsausgabe).

Diese teils jahrzehntealten Abkommen schränkten die Schweiz viel mehr ein als der neue Rahmenvertrag. "Ich bin überzeugt, er wird am Ende mehrheitlich auf Zustimmung stossen", sagte der Manager denn auch.

Für die Schweizer Börse ist die Zustimmung von essentieller Bedeutung. Ende Juni läuft ihre Anerkennung durch die EU aus. Danach dürfen Händler aus der Union nicht mehr an der Schweizer Börse handeln.

Er erwarte, dass sich der Bundesrat noch vor der Sommerpause zum Rahmenabkommen äussere. "Äussert er sich positiv zum Abkommen, könnte Brüssel verlängern. Wenn nicht, dann wird die EU das wohl als negativ betrachten", führte Dijsselhof aus.

Schweiz braucht Äquivalenzabkommen

Ebenfalls äusserte er sich zum anstehenden Brexit - ein Thema, das durch die am (heutigen) Freitag erfolgte Rücktrittsankündigung von Premierministern Theresa May neue Aktualität erhalten hat.

"Wenn es wirklich zum Austritt kommt, müssen wir sicherstellen, dass die Schweiz rasch ein Äquivalenzabkommen mit Grossbritannien schliesst", sagte Dijsselhof. 70 Prozent des EU-Handelsvolumens an der Schweizer Börse kämen nämlich von Händlern im Vereinigten Königreich.

Allgemein wünscht sich der Börsenchef mehr Tech-Titel auf seinem Marktplatz. Sein ehemaliger Arbeitgeber Euronext versuche seit Jahren mit "überschaubarem Erfolg" diese Firmen anzuziehen, um eine Art europäische Nasdaq zu werden. Er sehe keinen Grund, weshalb die SIX das nicht werden solle.

Neuzugänge an Börse erwartet

Zudem erwartet die Schweizer Börse weitere Neuzugänge. "Viele Unternehmen haben zugewartet und sind jetzt bereit, den Schritt an die Börse zu machen", sagte Dijsselhof weiter. "Ich kann mich nicht genauer dazu äussern, nur so viel: Unsere Pipeline ist gut gefüllt, wir werden voraussichtlich 2019 ähnlich gut wie 2018 abschneiden."

Im Vorjahr waren zwölf Unternehmen an die Börse gegangen. Im laufenden Jahr haben sich Medacta, Stadler Rail und Alcon hierzulande kotieren lassen.

kw/cf/jb


Bitte warten...
Der Kursdaten-Push wurde aufgrund einer Zeitüberschreitung deaktiviert. Bitte klicken Sie auf "Seite aktualisieren", um fortzufahren.