Wachstum von Geberit 2019 von Währungseffekten ausradiert

16/01/2020 | 08:12

(Ausführliche Fassung)

Jona (awp) - Geberit hat im Geschäftsjahr 2019 wegen negativer Währungseinflüsse umsatzmässig stagniert. Ohne diesen Effekt ergab sich allerdings ein Wachstum innerhalb der Prognose von Ende Oktober. Dabei hat die Dynamik im vierten Quartal nach einem starken dritten wieder nachgelassen.

Der Konzernumsatz nahm um 0,1 Prozent auf 3,08 Milliarden Franken minim zu, wie Geberit am Donnerstag mitteilte. Das in verschiedenen Ländern erreichte Wachstum wurde durch negative Effekte bei der Umrechnung in Schweizer Franken wieder zunichte gemacht. Insgesamt wurden die Umsätze von negativen Währungseffekten in der Höhe von 102 Millionen gemindert.

In lokalen Währungen ergab sich somit ein organisches Plus von 3,4 Prozent. Dies liegt zwar im Bereich der Guidance für das Gesamtjahr von 3 bis 4 Prozent, aber am unteren Ende der Erwartungen der Analysten und unterhalb der eigenen mittelfristigen Zielsetzung eines Wachstums von 4 bis 6 Prozent.

Geberit bezeichnet das erreichte Wachstum in Lokalwährungen dennoch als "überzeugend". Das Umfeld in der Bauindustrie sei anspruchsvoll gewesen aber insgesamt positiv.

Im vierten Quartal hat sich das Wachstumstempo nach einem starken dritten Quartal erwartungsgemäss wieder etwas verlangsamt. Der Umsatz erreichte von Oktober bis Dezember 702 Millionen Franken, entsprechend einem währungsbereinigten organischen Wachstum von 1,9 Prozent. Nach Wachstumsraten von 3,6 und 2,6 Prozent in den ersten beiden Jahresvierteln hatte sich im dritten ein Plus von 5,5 Prozent ergeben. Das Schlussquartal ist für Geberit üblicherweise wegen der Weihnachtsferien das schwächste.

Deutschland stagniert im Schlussquartal

In Europa entwickelten sich die Märkte im vierten Quartal weiterhin unterschiedlich, wobei in Osteuropa (+7,9%), in Italien (+7,4%) und im Heimmarkt Schweiz (+4,5%) die grössten Wachstumsschritte gelangen. Im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland stagnierten die Verkäufe, in Frankreich (-5,9%), Österreich (-0,5%) und Grossbritannien/Irland (-1,2%) sind sie geschrumpft.

Insgesamt setzte das Unternehmen in Europa, wo nach wie vor 90 Prozent der Verkäufe herkommen, im Schlussquartal 2,1 Prozent mehr um als in der Vergleichsperiode. Während sich in der Region America (+1,5%) ebenfalls ein Wachstum ergab, verkaufte Geberit in den Regionen Ferner Osten/Pazifik (-2,3%) und Naher Osten/Afrika (-1,3%) etwas weniger.

Nach Produktebereichen betrachtet entwickelten sich die Rohrleitungssysteme (+5,3%) im Schlussquartal am besten, während die Installations- und Spülsysteme (+0,2%) sowie der Bereich Badezimmer (+0,5%) nur leichte Zuwachsraten erreichten.

Mit Blick auf das Ergebnis heisst es, dass die Marge des Betriebsgewinns EBITDA im Rahmen der bereits prognostizierten 29 Prozent liegen dürfte. Die Gewinnzahlen sowie den vollständigen Geschäftsbericht wird Geberit am 10. März veröffentlichen.

Konzernorganisation wird gestrafft

Weiter gab das Unternehmen eine organisatorische Veränderung bekannt. Das Konzernleitungsmitglied Egon Renfordt-Sasse wird per 31. März 2020 in den Ruhestand treten. In diesem Zusammenhang werden die beiden Konzernbereiche Operations und Produktmanagement & Innovation zum neuen Konzernbereich Produkte & Operations zusammengefasst. Dieser wird von Martin Ziegler geleitet, dem bisherigen Chef des Konzernbereichs Operations.

Die ab dem zweiten Quartal 2020 gültige Organisationsstruktur entspricht der bis 2016 langjährig bewährten. Wegen der Übernahme des Keramikgeschäfts von Sanitec wurde die Struktur zweigeteilt, nach deren Integration soll das erneute Zusammenführen der beiden Bereiche Schnittstellen eliminieren und Prozesse vereinfachen.

cf/ra


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